Berlin - Thomas Rudek (49), der Mann mit dem Zopf: Die Bürgerinitiative "Berliner Wassertisch" und er haben den Wowereit-Senat ganz schön nass gemacht. Rudek schrieb das Gesetz zur Offenlegung der Geheimverträge beim Teilverkauf der Wasserbetriebe, dem die Berliner im Volksentscheid zustimmten.Rudek ist Politologe ohne Job. Es wurmt ihn, wenn dem Volk für lebensnotwendige Dinge Geld aus den Taschen gezogen wird. Fünf Jahre kämpfte er in einem Bündnis aus linken Gruppen für den ersten Sieg eines Volksentscheids in Berlin, erntete sogar bei der FDP Beifall.Das nächste Ziel: Ein Volksentscheid bei der "Rekommunalisierung" der Wasserbetriebe. "Wir wollen nicht, dass der Senat den Rückkauf mit RWE und Veolia im Stillen vereinbart." Die Gefahr: Der Rückkauf kostet zu viel, die Bürger müsste dies über die Wasserpreise bezahlen. Rudek setzt auf die EU: Sollte die Teilprivatisierung europarechtlich für nichtig erklärt werden, würden Kaufpreis (1,7 Mrd. Euro) und bisherige Einnahmen der Privaten (1,3 Mrd. Euro) verrechnet. Berlin müsste nur einen "Schnäppchenpreis" zahlen.------------------------------Die Ja-Sager aus KöpenickAngelika Barz (52), Angestellte: "Es geht hier um die Interessen aller Berliner. Damit es uns gut geht, dürfen die Wasserbetriebe nicht weiter privat geführt werden."Fred Pahlke (50), Vermessungstechniker: "Ich habe die hohen Wasserpreise satt. Es ist gut, dass sich die Berliner mit einem Gesetz dagegen durchgesetzt haben."Reinhard Holzhauer (59), Theater-Pädagoge: "Das Volk wehrt sich. Es darf nicht sein, dass der Senat geheime Verträge abschließt und wir die Zeche zahlen."Manuela Vieregg (47), Hausfrau: "Über 600 Euro/Jahr zahle ich fürs Wasser. Jetzt muss der Senat Farbe bekennen, ob die hohen Preise gerechtfertigt sind."------------------------------
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