Wasser

Der neue Goldrausch

Lebenssaft wird immer kostbarer, Konzerne schlagen Profit daraus

Claudia Wittke-Gaida
Lesezeit 2 Min
Das Abfüllen von Wasser in Trinkflaschen lassen sich Nestlé & Co. gut bezahlen. 

Das Abfüllen von Wasser in Trinkflaschen lassen sich Nestlé & Co. gut bezahlen. 

© Getty Images/TongRo Image Stock

Es sind eine Handvoll Konzerne mit Namen wie Nestlé, Danone oder Coca Cola, die versuchen, sich die Welt unter sich aufzuteilen. In den entferntesten Ecken der Erde sichern sie sich Wasserquellen, Bohr- und Wassereinzugsrechte – quasi für nass, also umsonst.

Während die normalen Bewohner etwa in Algerien, Brasilien oder Pakistan kaum noch Zugang zum Wasser haben, wird das kostbare Nass in gut bewachten Fabriken in Flaschen abgefüllt und teuer verkauft. Allein der Schweizer Weltkonzern Nestlé soll mit weltweit 73 Wassermarken sechs Milliarden Euro verdienen.

Und der Profit-Durst wird weiter wachsen. Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass die Nachfrage nach Wasser bis 2030 um 40 Prozent höher sein wird als dessen Gewinnung. Das Pacific Institute in Oakland (USA) fürchtet deshalb, dass immer mehr Wasserkriege angezettelt werden könnten. Zwischen 2010 und 2013 zählte das Institut 41 Wasser-Konflikte, etwa zwischen sozialen Gruppen und verschiedenen Wirtschaftsinteressen.

In Wassernot: Aus einem dreckigen See holt ein Junge aus dem indischen Jharkhand Wasser. Über 5000 Menschen sterben täglich auf der Welt an Folgen verunreinigten Wassers. 

In Wassernot: Aus einem dreckigen See holt ein Junge aus dem indischen Jharkhand Wasser. Über 5000 Menschen sterben täglich auf der Welt an Folgen verunreinigten Wassers. 

© dpa

Das ist auch Thema unter den rund 2000 Experten, die auf der Weltwasserwoche in Stockholm über den sinnvollen Einsatz von Wasser beraten. Das diesjährige Motto heißt „Wasser für nachhaltiges Wachstum“. Wie wichtig der Aspekt ist, zeigt das Beispiel Lateinamerika: Dort gehen allein 40 Prozent des Trinkwassers von der Quelle zum Konsumenten wegen maroder Leitungen verloren. 

Nur drei Prozent der weltweiten Wasservorräte sind Süßwasser. Doch das ist nicht automatisch Trinkwasser. Die Gründe sind hausgemacht: Flüsse werden als Abwasserkanäle missbraucht, das Grundwasser mit Pestiziden vergiftet. Weitere Gründe sind der ständige Bevölkerungszuwachs, das Sterben der Gletscher, falsche Formen der Landwirtschaft oder das Abholzen der Regenwälder. 

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