Frank Kiak (54) ist persönlicher Fahrer von Staatssekretär Alexander Fischer. Doch seit vergangenem Freitag steuert er den sogenannten Hitzebus der Senatsso-zialverwaltung. Bei den anhaltend hohen Temperaturen sind er und ein Team von Referenten unterwegs, um Wasser, Sonnencreme und Obst an Obdachlose zu verteilen. „Die Aktion wird sehr positiv angenommen, die Menschen sind unglaublich dankbar“, sagt Kiak.
Frank Kiak und die anderen Helfer vor Ort geben sich große Mühe für jeden Einzelnen. Die Obdachlosen nehmen ihre Hilfe gern entgegen.
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Wie viele Obdachlose es in Berlin genau gibt, ist nicht bekannt. Schätzungen zufolge sind es zwischen 4 000 und 10.000, viele davon wohl aus Osteuropa. Ihnen fehlt es an kühlen Räumen, Sommerkleidung und ausreichend Trinkwasser, weiß die Sozialverwaltung. Und sie weiß auch, dass man nicht allen helfen kann.
Die Hitzebus-Touren starten meistens gegen 13 Uhr, wenn die Mittagssonne erbarmungslos brennt. Bevor es losgeht, steuert Frank Kiak einen Supermarkt an. Hier werden Wasser und Bananen eingekauft, rund 150 Euro kostet jeder Einkauf.
Finanziert werden die Lebensmittel von Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) persönlich und durch Spenden von Mitarbeitern und anderen Abgeordneten. Für das Fahrzeug zahlt die Verwaltung nichts. Das einzige Problem: Der Bus ist nicht immer verfügbar. Der Senat nutzt ihn normalerweise, um Gäste durch Berlin zu kutschieren.
Manuela kippt sich gegen die Hitze Wasser über den Kopf.
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Den ersten Halt macht der Hitzebus am Ostbahnhof. Unter einem Baum haben Manuela und ihre fünfköpfige Gruppe Schutz vor der prallen Sonne gefunden. Sie lebe mittlerweile seit siebeneinhalb Jahren auf der Straße, doch so eine Hitze habe sie noch nie erlebt, erzählt sie.
„Die letzten Wochen waren extrem heiß, aber die Stadt ist hilfsbereit“, sagt sie. Eine Angestellte eines naheliegenden Hotels bringe manchmal sogar Eiswürfel vorbei. Mit dem Wasser des Hitzebusses wolle sie sich auch gerne die Haare waschen.
Horst (li.) und sein Kumpel Franceman sitzen am Alexanderplatz in der prallen Sonne. Gegen die Trockenheit würde Horst gern eine Regentanz aufführen.
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Um 15 Uhr zeigt das Thermometer 37 Grad. Trotz der glühenden Hitze ist der Alex brechend voll. Mittendrin sitzt Horst auf dem Platz in der prallen Sonne. „Ich würde gerne einen Regentanz aufführen“, so der gebürtige Bayer. Er ist obdachlos und lebt seit einem Jahr in Berlin auf der Straße. Über das Engagement des Hitzebusses freut er sich sehr: „Was die mir bringen, muss ich nicht kaufen“, erklärt Horst.
Kurz hinter dem Eingang zur Bahnhofsmission am Zoo hält der Hitzebus erneut. „Letztes Mal haben wir das Fahrzeug direkt vor der Tür geparkt, dort war der Ansturm aber so groß, dass es Streit gab“, sagt Kiak. Es sei leichter, die Sachen einzeln zu verteilen. Am Zoo gehe in der Regel am meisten weg.
Auch heute geht es für das Team des Hitzebusses weiter. Allerdings nicht mit dem Protokollbus des Senats, sondern einem normalen Dienstwagen. Den fährt wieder Frank Kiak. Im Kofferraum: Wasser, Früchte und Sonnencreme.
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