Abstinenz als Frau

Was passiert im Körper, wenn im Bett nichts mehr läuft?

Drückt man eine Weile auf Stopp, ist das nicht das Ende der Welt. Das passiert Frauen, die eine Weile (oder länger) abstinent leben.

Foto von Autor/Autorin: Jana Hollstein
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Flaute im Bett? Für den Körper ist das halb so schlimm.

Flaute im Bett? Für den Körper ist das halb so schlimm.

© Zoonar/imago

Immer heißt es, wie toll und gesund Sex ist – und es stimmt! Sex kurbelt die Wohlfühl-Hormone an, lässt uns besser schlafen, wirkt wie ein natürliches Schmerzmittel und senkt sogar das Krebsrisiko. Doch wenn man gerade kein aktives Sexleben hat, kann einen das auch verunsichern: Bin ich dadurch ungesund, dass ich KEIN Sex habe?

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, keinen Sex zu haben: aus Zeitmangel, mangelndem Interesse oder Sexpartnern. Im Laufe des Lebens ist es ganz natürlich, dass man nicht immer gleich viel Sex hat. Sex ist nicht wie Atmen notwendig zum Überleben. Dazu kommt, dass man viele gesundheitliche Vorteile ganz ohne Partner und durch Masturbation bekommen kann, also erst mal vorab: Kein Grund zur Panik! Folgende Sachen können allerdings passieren, wenn man als Frau länger keinen Sex hat.

Ohne Sex verliert die Vagina an Elastizität

Wenn Frauen länger kein Sex hatten, kann ihre Vagina dadurch vorübergehend an Elastizität verlieren. „Die Vagina ist ein elastischer Schlauch“, sagt Dr. Salena Zanotti, Geburtshelferin und Gynäkologin, gegenüber der Women's Health. Wird sie eine Weile nicht benutzt, kann sie etwas enger werden. Wenn man sich jedoch vor den Wechseljahren befindet, produziert der Körper noch reichlich Östrogen, das die Elastizität und Feuchtigkeit der Vagina aufrechterhält. Dadurch gibt es kein Risiko, dauerhaft an Elastizität zu verlieren.

Ein bisschen anders sieht es nach der Menopause aus. Der Mangel an Östrogen macht es auch schwieriger, Elastizität und Feuchtigkeit in der Vagina aufrechtzuerhalten und ohne Sex kann es zu einem dauerhaften Verlust von Elastizität kommen. „Es ist wirklich schwer, die Vagina nach der Menopause wieder zu dehnen“, sagt Dr. Zanotti.

Sex nach einer längeren abstinenten Phase kann mit seinen ganz eigenen Herausforderungen kommen.

Sex nach einer längeren abstinenten Phase kann mit seinen ganz eigenen Herausforderungen kommen.

© Christophe Gateau/dpa/dpa-tm

Was allerdings ein weitverbreiteter Irrglaube ist: Dass Vaginen „austrocknen“, wenn Frauen länger kein Sex haben. Frauenärztin Adeeti Gupta widerspricht diesem Mythos in der Women's Health klipp und klar: „Bitte nicht denken, dass ‚da unten alles austrocknen wird‘, weil es keine Aktivität gibt“, sagt sie. Wenn's untenrum nicht „flutscht“, liegt es an den Wechseljahren – nicht an Abstinenz.

Nach der Abstinenz wieder im Bett

Wenn es mit der Abstinenz dann wieder vorbei sein sollte, kann wohl sehr gut eine Gewöhnungsphase notwendig sein. So warnt Dr. Zanotti, dass „die ersten Male, wenn man nach einer Pause Geschlechtsverkehr hat, ein wenig unangenehm sein werden.“

Auf die Lust am Sex hat sexuelle Abstinenz übrigens sehr wahrscheinlich keine Auswirkungen haben - aber die Erwartungen könnten sich verändert haben, so Adeeti Gupta. „Manchmal kann Sex nach einer langen Abstinenzperiode sich ein wenig anders anfühlen, entweder ziemlich aufregend oder ein wenig unangenehm aufgrund der Dehnung“, sagt sie.

Auch wenn Sex gesund ist, ist es also keineswegs ungewöhnlich oder ungesund, keinen Sex zu haben. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass man ein bisschen Spaß verpasst.

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