Moabit - Kinderschänder Bernd R. (49) kam sechs Mal mit lächerlichen Strafen davon. Er bekam Bewährung - und machte sich wieder an Jungs ran. Vor einem Jahr wollten ihn Berliner Richter für immer wegschließen, verhängten Sicherungsverwahrung. Aber der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. In ein paar Jahren wird der Sex-Strolch wieder frei sein.Bernd R. hatte im Juni 2009 drei Kinder missbraucht. Sie waren 13, 11 und 10 Jahre alt. Den Ältesten nahm der HIV-infizierte R. mit in seine Neuköllner Wohnung. Es kam zum ungeschützten Sex mit Kevin. Die anderen Jungen missbrauchte er in einem Zelt an einem See in Biesdorf.Fünf Jahre Haft und anschließend Sicherungsverwahrung. So entschied das Landgericht im März 2010. Doch R. zog vor den Bundesgerichtshof (BGH). Der zeigte sich erstaunlich milde: Bei R. sei es noch nie mit einer Therapie versucht worden. Außerdem sei R. bei sexuellen Handlungen nicht gewalttätig geworden. Die Sicherungsverwahrung wurde aufgehoben.Der Fall ging zurück ans Landgericht, eigentlich aber war alles klar: "Wir müssen es so hinnehmen, die Vorgaben sind bemerkenswert deutlich." Die Anklägerin konnte die BGH-Begründung zwar nicht nachvollziehen, beugte sich aber. Bernd R. kam mit fünf Jahren davon.Seit 20 Jahren lebte er seine pädophile Neigung aus. Insgesamt etwa 20 Opfer! Angeblich ist er jetzt bereit, in der Haft eine Therapie zu beginnen. Fest steht: Sextäter R., seit etwa 18 Monaten in Haft, wird in dreieinhalb Jahren wieder frei sein. Der Richter gestern zu R.: "Sie haben den Großmut der Justiz so was von ausgenutzt. Bei der nächsten Tat wird schweres Geschütz aufgefahren."------------------------------
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