Warum sie auf schnelle Strafen setzte

Richterin Heisig (†)

Holger Schacht
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Berlin - Jugendrichterin Kirsten Heisig († 48, Foto) geht in ihrem Vermächtnis ("Das Ende der Geduld", Herder-Verlag, 14,95 Euro) auch mit sich selbst ins Gericht.2005 war Punker John bei Heisig vorgeführt worden. John hatte eine typische Krimi-Karriere hinter sich. Mit 13 ins Heim, mit 14 "Schnorren" auf dem Alex. Das Geld wird umgehend in Bier und Schnaps umgesetzt. Später kommen Drogen wie Heroin hinzu. Zur Schule geht er nicht mehr, er wird ohne Abschluss ausgeschult.Heisig: "Der Staat kommt in dieser Lebensphase längst nicht mehr vor. Der Jugendliche verschwindet in unserem hoch organisierten Land einfach vom Schirm." Sie verurteilt ihn zu 15 Monaten, setzt sie zur Bewährung aus, wenn John eine Therapie beginnt. John wird rückfällig, begeht Raubtaten. Das hat juristische Konsequenzen. John kommt in eine geschlossene Einrichtung, die ihm das Leben rettet. Heisig: "Ich werfe mir rückwirkend ein Versäumnis vor, das sich durch Johns Geschichte zieht und das auch mir unterlaufen ist: Es wurde zwar ab und zu versucht, in die Entwicklung einzugreifen. Was aber fehlte, war die Nachhaltigkeit, die Kontinuität"

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