Berlin - Der Mann hat durch Korruption und Ausplünderung des eigenen Volkes ein Milliarden-Vermögen angehäuft, ließ Landsleute mit Hilfe seines Geheimdienstes unterdrücken und foltern - und könnte seine neue Heimat bald in Deutschland finden: Etliche Politiker sind dafür, Ägyptens Noch-Präsidenten Husni Mubarak (82), der hier einen Teil seines Reichtums gebunkert haben soll, bei uns aufzunehmen.Zunächst nur für eine medizinische Untersuchung in einer Luxus-Klinik (im Gespräch ist die Max-Grundig-Klinik auf der Bühlerhöhe bei Baden-Baden). Daran soll sich aber "eine längere Reha-Phase" anschließen.Mubarak in Deutschland - für die Polizei ein Albtraum. Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, zum Berliner KURIER: "Es ist unverantwortlich, wenn Politiker so etwas anbieten. Für die Rund-um-die-Uhr-Bewachung werden etwa 100 Polizisten benötigt, für die zu erwartenden Demonstrationen mehrere Tausend. Für den Schutz der normalen Bürger stehen diese Kolleginnen und Kollegen dann nicht zur Verfügung."Einsätze, die schnell in die Millionen gehen und vom Steuerzahler getragen werden müssen. Zudem müsse die Polizei schon häufig genug für politische Konflikte oder Versäumnisse den Kopf hinhalten. Wendt: "Man kann die Polizei nicht endlos belasten."Laut Wendt schlägt eine Polizei-Planstelle im Haushalt mit 80 000 Euro pro Jahr zu Buche.Der Widerstand gegen einen Aufenthalt Mubaraks in Deutschland nimmt zu. Grünen-Chefin Claudia Roth zum Berliner KURIER: "Der ägyptische Noch-Präsident Mubarak hat in einer deutschen Edel-Klinik nichts verloren. Er muss jetzt schleunigst zurücktreten und den Weg frei machen für eine Demokratisierung Ägyptens." Anschließend müsse er in seiner Heimat zur Verantwortung gezogen werden.FDP-Außenexperte Bijan Djir-Sarai widersprach Parteikollegen, die für eine Aufnahme Mubaraks sind. "Das wäre schlecht für unsere zukünftigen Beziehungen zum neuen Ägypten", sagte Djir-Sarai. "Es könnte dort auch der Eindruck entstehen, dass der Westen den Übergangsprozess von außen steuern wolle. Das wäre vor allem schädlich für das Ansehen Deutschlands in der Region."Hunderttausende ägyptische Oppositionsanhänger haben gestern im Zentrum von Kairo ihre Proteste gegen das Mubarak-Regime fortgesetzt. In Sprechchören verlangten die Demonstranten am 15. Tag der Kundgebungen seinen Rücktritt. ------------------------------
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