Köln - Mit seiner pointierten Polemik mischt Henryk M. Broder (64) jede Talkshow auf. Jetzt rechnet der Intellektuelle, der in Köln Abi machte und an der Uni Jura und Sozialpsychologie studierte, gnadenlos mit seiner ehemaligen Heimatstadt ab: "Jedes Dorf in Ostanatolien ist sauberer.""Köln ist außen verwahrlost, innen verschlampt", meint Broder zum "Express". "Hässlich, hässlicher, am hässlichsten - Köln am Rhein" heißt auch eine seiner publizistischen Abhandlungen. Auszüge gefällig? Broder über den Kölner Stadtteil Eigelstein: "Jedes Dorf in Ostanatolien ist aufgeräumter, sauberer, anziehender." Broder über die Einkaufsmeile Hohe Straße: "So hat es in Halle und Erfurt in den 70er und 80er Jahren ausgesehen." Broder analysiert: "Köln ist nicht nur hässlich, die Stadt ist dynamisch hässlich. Das heißt, sie wird immer hässlicher. Eine Zumutung für das Auge!"Und Broder gibt sogar Reisewarnungen heraus: "Verlass den Hauptbahnhof auf keinen Fall durch den Hinterausgang. Dort bietet sich ein Bild des Grauens." In der Tat ist der seit Jahren geschundene Breslauer Platz kein erheiternder Anblick. Doch ist Köln wirklich so schlimm? Was müsste passieren, damit Broder von Berlin zurück nach Köln zieht? "Nur wenn Köln dem Königreich Oranje zugeschlagen wird!" Also nie.Broders Hasstirade kann als Antwort auf Elke Heidenreichs Berlin-Ätze gewertet werden. Im Interview im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" zog die 67-Jährige mit bösen Worten über die Hauptstadt her. Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, statt in Köln in Berlin zu wohnen, sagte sie: "Lieber würde ich mir ohne Betäubung die Beine absägen, als in Berlin zu leben. Schrecklich!" Sie verteidigt ihre Wahlheimat: "Köln ist keine schöne Stadt, aber sie hat ihre Ecken. Natürlich - es fehlen Kaffeehäuser, die Verkehrsplanung ist idiotisch, die neue U-Bahn braucht kein Mensch, das Archiv stürzt ein, aber ich fühle mich wohl."------------------------------
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