Diane Weigmann musste mehrere Schicksalsschläge verkraften: Sie verlor ihren Vater, kurz danach starb die vierjährige Olivia. Von ihrer Mutter musste sie auch stückweise Abschied nehmen. Sie erkrankte an Demenz, lebt in einem Pflegeheim.
„Das Leben hält immer ein paar Klopper bereit“, sagt sie. Diane Weigmann nennt diese Klopper „Soll-Bruchstellen“. Ihren Schmerz aus Krisen und ihre Lebenserfahrungen verarbeitet die zweifache Mutter in ihren Liedtexten. Sie haben Tiefgang, sind aber trotzdem nicht schwermütig.
So handelt der Song „Elvis ist tot“ von ihrem Vater. Ein anderes Mal singt sie in „Den Dingen ihren Lauf lassen“ von der Herausforderung des Loslassens. Die Liebeserklärung „Stolzes Mädchen“ gilt ihrer Tochter Mercedes (5). Wie ihre Pop-Balladen entstehen? „Ich spiele zuerst eine Melodie auf der Gitarre und dann entsteht der Text in meinem Kopf“, erklärt sie. Ihr Album hat sie über ihr eigenes Label „Rotschopf Records“ produziert, muss sich allein vermarkten.
Musikerin Diane Weigmann wurde mit Gold- und Platin-Awards ausgezeichnet
Wie sie Musik und Familie unter einen Hut bekommt? „Ich habe tolle Menschen an meiner Seite, meinen Mann, Nachbarn und Freunde, die mich unterstützen. Und ich habe gelernt, meine Ressourcen gut zu verteilen“, sagt sie.
Diane Weigmanns neues Album „Größer als Du denkst.“
© Volkmar Otto
Das klingt bescheiden – dabei hat es Weigmann weit gebracht. Kaum jemand weiß, dass sie mit Howard Carpendale, Christina Stürmer und Yvonne Catterfeld arbeitet und bei den Ärzten Gastsängerin war. Vor ihrem Album hat sie eine neue Zielgruppe für sich entdeckt, sie schreibt Songs für Kindersendungen wie „Unser Sandmännchen“ und „Barbie“.
Weigmann wurde für ihre Werke, über 70 Alben und Singles, mit Gold- und Platin- Awards ausgezeichnet, erhielt eine Nominierung für den German Radio Award. Der Titel ihres Albums „Größer als Du denkst“ passt also zu ihr – besser als man denkt.
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