Koblenz "Ich hasse ihn", sagt Tina (18) über Detlef S. Aber auch: "Als Papa liebe ich ihn noch." Nach ihrer Aussage vorm Koblenzer Landgericht traf Tina ihren Vater im Richterzimmer. Ihre Anwältin schilderte im "ARD-Morgenmagazin", es sei das Bewegendste, was sie je erlebt habe. Tina habe geweint, habe Detlef S. umarmt. Hunderte Male missbraucht und zur Prostitution gezwungen. Und doch hasst und liebt sie ihn zugleich. Der Opfer-Experte Diplom-Psychologe Dr. Christian Lüdke erklärt das Phänomen: "In dem missbrauchten Kind wurde ein Schutzmechanismus ausgelöst. Es redete sich ein, der Täter hätte ihm noch weit Schlimmeres antun können, es etwa töten können. Es entwickelte sich eine paradoxe Dankbarkeit gegenüber dem Vater."Helmut K. Rüster vom Opferschutzverband "Weißer Ring" warnt davor, die Tat wegen dieser Gesten der Hass-Liebe zu verharmlosen. "Außenstehende können leicht sagen: Das gibt es doch nicht. Es ist denkbar, dass das Verhalten der jungen Frau nötig ist, damit sie einen Schlussstrich ziehen kann."
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