Mutter Nina Schultes (38) sagte man nach der Geburt ihres Sohnes in der Charité, dass sie bis zu zwölf Wochen auf eine Geburtsurkunde warten müsse. Ohne das Dokument gibt’s aber kein Kindergeld, kein Elterngeld und keinen Kita-Gutschein. Einen Reisepass, den Nina Schultes für ihren Kleinen brauchte, gibt es erst recht nicht.
600 Geburtsurkunden noch nicht ausgestellt
Also fuhr sie zum Bezirksamt Mitte, stellte sich morgens um halb sieben in eine Schlange und bekam alles – nach über vier Stunden Wartezeit.
Manche Standesämter stempeln schnell, anderen fehlt der Stempler.
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Tatsächlich gibt es in Mitte Stau: 600 Geburtsurkunden sind noch nicht ausgestellt. Obwohl die Eltern schon einen Antrag gestellt haben. Die Zahlen hat die FDP-Abgeordnete Maren Jasper-Winter beim Senat erfragt.
Bezirksamt Mitte will für Besserung sorgen
Die Wartezeit für eine Geburtsurkunde beträgt demnach in Spandau ein bis zwei Wochen. 186 Neugeborene haben in diesem Bezirk aber noch keine Urkunde. In Lichtenberg sind es 220 offene Fälle. In Pankow haben 80 bis 100 Neugeborene noch keinen Schein. Dabei arbeiten die meisten Standesämter ziemlich fix. So richtig bummelt nur Mitte. In Neukölln bekommen Eltern nach drei bis fünf Tagen eine Urkunde. In Tempelhof-Schöneberg oder Marzahn-Hellersdorf kriegen Eltern sofort eine, wenn alle Dokumente vorliegen.
Das Bezirksamt Mitte teilt mit, dass neue Mitarbeiter eingestellt wurden. Wenn die Eltern persönlich vorbeikommen, dauere das Ausstellen 15 Minuten. Man tue im Standesamt alles für eine bessere Situation.
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