War nett, altes Skelett!

Tyrannosaurus rex Tristan Otto reist nach Kopenhagen

Freier Eintritt bei Saurier-Abschiedsparty im Naturkundemuseum.

Julia Haak
Lesezeit 3 Min
Das Skelett des Tyrannosaurus Rex namens «Tristan Otto» ist im Naturkundemuseum ausgestellt. Die Zeit des T.rex-Originalskeletts in Berlin läuft ab. 

Das Skelett des Tyrannosaurus Rex namens «Tristan Otto» ist im Naturkundemuseum ausgestellt. Die Zeit des T.rex-Originalskeletts in Berlin läuft ab. 

© dpa

Vor Tristans Abflug können Besucher am Wochenende einen vorerst letzten Blick erhaschen. Doch Johannes Vogel, Generaldirektor am Naturkundemuseum, macht uns Hoffnung: Tristan Otto könnte schon in 12 bis 18 Monaten nach Berlin zurückkommen.

Tristan Otto ein Glücksfall für das Naturkundemuseum

Tristan Otto wurde 2010 von dem Fossiliengräber und Paläontologen Craig Pfister gefunden. Pfister gräbt mit dem Einverständnis von Landbesitzern in Montana (USA) nach Dinosauriern. Im Jahr 2010 entdeckte er einen Beckenknochen, der aus der Erde ragte. Zwei Jahre später hatte er seinen Fund nach wissenschaftlichem Standard geborgen und bot das präparierte Skelett zum Verkauf an. Die Käufer und heutigen Eigentümer Niels Nielsen und Jens Peter Jensen, zwei dänische Geschäftsleute, stellten dem Berliner Naturkundemuseum das Skelett, welches sie nach ihren Söhnen benannten, kostenlos zur Verfügung.

Ein Glücksfall für das Museum. Der Nachteil ist allerdings, dass Privateigentümer auch weiterhin bestimmen können, ob und wo das Skelett gezeigt wird. Ab jetzt, so wollen es Nielsen und Jensen, soll das in Kopenhagen geschehen.

Seit der Ankunft des T. Rex im Dezember 2015 zählte das Berliner Naturkundemuseum nach eigenen Angaben etwa drei Millionen Besucher. Johannes Vogel sprach von einem Plus von 50 Prozent im Vergleich zur Zeit vor Tristan Otto. Parallel forschten Wissenschaftler an den mehr als 65 Millionen Jahre alten Knochen des Sauriers.

Chronische Entzündung in Tristan Ottos Unterkieferknochen

Tristans Verletzungen, vor allem Knochenbrüche, wurden diagnostiziert. Forscher haben sich mit seiner Fortbewegung und dem Ökosystem, in dem er lebte, befasst. Die Saurierforscher haben die Schädelknochen sogar in die Charité transportieren lassen, um Computertomographien anzufertigen. Es muss eine amüsante Erfahrung für die an dem Forschungsprojekt beteiligten Mediziner der Charité gewesen sein, als sie die Millionen Jahre alten versteinerten Saurierknochen „einfach zwischen die Patienten schoben“, wie einer der Paläontologen am Naturkundemuseum, Oliver Hampe, formuliert. Die Strahlungsdosis wurde etwas erhöht, gesundheitliche Schäden musste man bei dem Patienten nicht befürchten.

Die CT-Bilder lassen auf eine chronische Entzündung in Tristan Ottos Unterkieferknochen schließen. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass dem Dino alle zwei bis drei Jahre Zähne nachwuchsen. Wie alt Tristan Otto war und ob es sich nicht womöglich um eine Dame handelte, ist allerdings noch offen.

Es ist vorgesehen, dass Tristan Otto nach seinem Gastspiel in Kopenhagen nach Berlin zurückkehrt. Allerdings müssen die Details noch verhandelt und in einem neuen Vertrag geregelt werden. In seinen jetzigen Ausstellungsraum wird das Skelett aber nicht zurückkehren. Das Naturkundemuseum wird größer und über zehn Jahre vollkommen umgebaut.

Zum Abschied veranstaltet das Naturkundemuseum ein Abschiedswochenende mit Aktionen rund um den Saurier bei freiem Eintritt, Samstag und Sonntag jeweils 10 bis 18 Uhr.

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