Wann wird zensiert? Horror- und Schocker-Games durchlaufen strenge Prüfungen. Langer Streit um den Shooter "Dead Space 2", der bald veröffentlicht wird

Gefährliche Spiele:

BK
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Prüfungen auf jugendgefährdende Inhalte sind hierzulande äußerst streng geregelt. Allzu blutige Spiele oder Filme werden schnell gekürzt oder erscheinen in Deutschland erst gar nicht. Neuester Zankapfel der Behörden und Spielefirmen: das Videospiel "Dead Space 2".Darin dürfen sich die Spieler mit einer Horde blutrünstiger Weltraum-Monster anlegen und diese mit grobem Gerät verstümmeln. Zu hart für die deutschen Spielergemüter? Ja, findet das bayerische Sozialministerium und beantragte eine erneute Prüfung des Spiele-Thrillers vor dem Gremium der unabhängigen Kontrolle der Software-Industrie USK. Nie zuvor wurde ein Spiel den Jugendschützern so häufig vorgelegt. Mittlerweile haben die Entscheidungsträger das Game auch durch die letzte Prüfinstanz des so genannten Appellationsverfahrens durchgewunken. Einer Veröffentlichung von "Dead Space 2" steht somit nichts mehr im Wege, das Spiel soll laut Hersteller EA Games "im Frühjahr 2011 erscheinen".Wie arbeitet aber ein Institution an der Entscheidung, welche Spiele Erwachsene sehen dürfen, und welche nicht? Die USK wurde 1994 gegründet und hat seitdem etwa 30 000 Verfahren abgeschlossen. In ihr arbeiten unter anderem auch fünfzig unabhängige Sachverständige. Hat die USK erst einmal festgelegt, ab welchem Alter ein Spiel gespielt werden darf, kann der Titel nicht mehr durch andere Instanzen geprüft oder das Urteil angefochten werden. Bei allzu drastischen Gewaltszenen kann die USK Schnittauflagen an die Spielefirma herausgeben. Sollte trotz Kürzung weiterhin Indizierungsgefahr bestehen, wird eine Altersfreigabe verweigert. Das Game darf dann weder beworben noch offen verkauft werden.Eine Indizierung erfolgt immer dann, wenn eine Beanstandung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM) vorgelegt wird. Sie handelt nur, wenn jemand Anzeige erstattet. Eine groß angelegte Studie über die negativen Auswirkungen von Computer- und Videospielen wurde vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen unter der Leitung von Professor Dr. Christian Pfeiffer angelegt. Pfeiffer warnt schon lange vor drastischen Inhalten, sieht allerdings gerade die Multiplayer-Online- Spiele, in denen sich tausende von Spielern gleichzeitig in einer Fantasiewelt tummeln, im Fokus seiner Studien: "Diese Spiele haben die höchste Suchtquote, sind jedoch meist ab 12 Jahren freigegeben. Das ist problematisch." Den Weg des bayerischen Sozialministeriums sieht er daher positiv: "Ich freue mich über das konsequente Einschreiten."------------------------------BU: Science-Fiction-Shooter "Dead Space 2": Jede Menge toter Aliens.

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