Waldsterben durch Klimawandel

Jeder dritte Baum ist krank!

Klimawandel-Folgen: Entwicklung in den Wäldern dramatisch.

Jens Blankennagel
Lesezeit 2 Min
Abgestorbene Fichten, die die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre nicht überstanden haben, stehen zwischen noch gesunden Nadel- und Laubbäumen in einem Waldgebiet im Landkreis Märkisch-Oderland.

Abgestorbene Fichten, die die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre nicht überstanden haben, stehen zwischen noch gesunden Nadel- und Laubbäumen in einem Waldgebiet im Landkreis Märkisch-Oderland.

© dpa

„Die Auswirkungen des Klimawandels sind nun bei allen Baumarten sichtbar geworden“

Brandenburgs neuer Umweltminister Axel Vogel von den Grünen tritt zu den Protestierern und begrüßt sie. Ihre Aktion passt zu dem, was er an diesem Tag zu verkünden hat. Seine Botschaft ist klar: Eine solch dramatische Entwicklung hat es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gegeben: Dem Wald in Brandenburg geht es nicht gut. Es kann sogar gesagt werden, dass es ihm so schlecht geht wie wohl nie zuvor in der jüngeren Geschichte.

Das macht der am Mittwoch in Potsdam vorgestellte Waldzustandsbericht klar. „Die Auswirkungen des Klimawandels sind nun bei allen Baumarten sichtbar geworden“, sagt Forst- und Umweltminister Vogel. Auf mehr als einem Drittel der Waldfläche – auf beachtlichen 37 Prozent – sind Bäume deutlich geschädigt. Im Jahr 2018 waren es elf Prozent. Und das war bereits der Höchstwert der vergangenen zehn Jahre.

Der neue Umweltminister Axel Vogel von den Grünen ist auch für die Wälder zuständig. 

Der neue Umweltminister Axel Vogel von den Grünen ist auch für die Wälder zuständig. 

© ZB

„Das heißt: Aktuell ist jeder dritte Baum in Brandenburg krank“, sagt Vogel. Er spricht von einer besorgniserregenden Entwicklung. „Es sind die schlechtesten Ergebnisse, die wir seit dem ersten Waldzustandsbericht aus dem Jahr 1991 haben.“ Die Zahlen seien noch dramatischer als Anfang der 90er Jahre, als die Wälder noch mit den Luftschadstoffen wie Schwefeldioxid zu kämpfen hatten.

Trockenheit, Hitze und Stürme setzen den Wäldern zu

Im Jahr 2019 waren nur noch 14 Prozent Bäume gesund. Im Jahr davor waren es dagegen noch 45 Prozent gewesen, vor zehn Jahren sogar noch 69 Prozent.

Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist, dass es gleich zwei Jahre hintereinander extrem trocken war. „Trockenheit, Hitze und Stürme haben die Wälder in den vergangenen Jahren in Dauerstress versetzt“, sagt Vogel. Die Folgen sind, dass die Wälder dadurch auch noch wesentlich anfälliger sind für Schädlinge, für Krankheiten und Waldbrände.

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