Er wirbt für die SPD - selbst auf der Flirt-App „Tinder“.
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Freier-Winterwerb, der für Alt-Treptow – Plänterwald – Baumschulenweg ins Abgeordnetenhaus einziehen will, wollte vormittags gerade am Treptower-Park-Center seinen Wahlkampf-Stand aufbauen, als auf der anderen Straßenseite ein gutes Dutzend NPD-Leute auftauchte.
„Ich habe sie mit ihrem Lastwagen kommen gesehen und ihren Lautsprecher gehört. Und mir gedacht, da musst du was tun.“ Er schnappte sich mit seinem Begleiter Christopher Jäschke die SPD-Plakate „Berlin bleibt weltoffen“ – stellte sich mit den Plakaten vor die Nazis.
„Die haben uns fotografiert und gefilmt, den Mittelfinger gezeigt und uns angepöbelt – mit dabei war der NPD-Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke.“
Zu Handgreiflichkeiten kam es aber nicht: Die Polizei war am Ort, sie hatte die angemeldete, aber nicht öffentlich bekannt gemachte NPD-Kundgebung begleitet.
Nach einer Stunde war der Spuk vorbei, die NPD-Truppe zog nach Neukölln ab. Der SPD-Mann: „Das Herz hat mir zwar geklopft, aber Angst hatte ich nicht.“
Vor allem auch, weil sich Passanten und Autofahrer mit ihm und seinem Mitstreier SPD-Leuten solidarisierten. „Eine Frau kam vorbei und meinte, sie müsse sich unbedingt bedanken und uns umarmen. Einige Leute haben sich zu uns gestellt und uns auf die Schulter geklopft, Autofahrer haben gehupt, als sie mitbekamen, was da läuft.“
Freier-Winterwerb berichtet, dass alle demokratischen Parteien Ärger mit Rechten haben: Die haben vor einigen Tagen so ziemlich alle Wahlplakate zwischen Elsenstraße und Nord-Neukölln abgerissen oder beschädigt.
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