Mordkommission ermittelt

Schüsse auf Maybach-Fahrer: Polizei sucht dringend Zeugen

Ein Passant entdeckt nachts einen Maybach auf dem Gehweg. Am Steuer sitzt ein schwer verletzter Mann. Ist es wieder ein Fall von Clan-Kriminalität?

Foto von Autor/Autorin: Stefan Doerr
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Der Schuss zerschlug die Frontscheibe des Luxuswagens.

Der Schuss zerschlug die Frontscheibe des Luxuswagens.

© Axel Billig/Pressefoto Wagner

Ein Luxuswagen auf dem Gehweg, ein schwer verletzter Mann am Steuer und ein Schütze, von dem jede Spur fehlt. Der neue Gewaltfall in Tempelhof reiht sich in eine Serie von blutigen Attacken mit Schusswaffen ein, die Berlin schon seit Monaten erschüttert.

Fahrer wurde offenbar durch die Frontscheibe getroffen

In der Nacht zu Sonntag war in Tempelhof ein 53 Jahre alter Mann mit einer Schussverletzung in einem Mercedes-Maybach gefunden worden. Ein Passant bemerkte den Luxuswagen gegen 2.45 Uhr. Der Mercedes-Maybach stand quer zur Fahrbahn auf dem Gehweg an der Ecke Gottlieb-Dunkel-Straße und Eschersheimer Straße.

Auf dem Fahrersitz saß der schwer verletzte 53-Jährige. Offenbar war er durch eine Kugel durch die Frontscheibe getroffen worden. Rettungskräfte brachten den Mann sofort in ein Krankenhaus. Dort musste er notoperiert werden und wird weiterhin stationär behandelt.

Der 53-jährige Fahrer des Maybach wurde schwer verletzt und musste notoperiert werden.

Der 53-jährige Fahrer des Maybach wurde schwer verletzt und musste notoperiert werden.

© Axel Billig/Pressefoto Wagner

Die Ermittler der Mordkommission gehen inzwischen von einem versuchten Tötungsdelikt aus. Noch ist unklar, wo genau die Schüsse fielen, wer die Waffe abfeuerte und welches Motiv hinter der Tat steckt. Die Ermittler suchen deshalb dringend Zeugen. Wer gegen 2.30 Uhr verdächtige Beobachtungen gemacht, Schüsse gehört oder Personen im Umfeld des Maybach gesehen hat, soll sich bei der Polizei melden.

Informationen nimmt die Mordkommission des Landeskriminalamtes unter Tel. 030/4664-911 666 oder per E-Mail an LKA116-hinweis@polizei.berlin.de entgegen.

Seit Monaten Serie von Attentaten in Berlin

Der Fall passt in ein Bild, das den Sicherheitsbehörden seit Monaten Sorgen bereitet. Immer wieder kommt es in Berlin zu Schüssen auf Personen, Lokale, Geschäfte oder Fahrzeuge. Hinter vielen Vorfällen vermuten Ermittler Revierkämpfe im Milieu der Organisierten Kriminalität.

Als Reaktion auf die zunehmende Zahl von Schießereien wurde im November 2025 die Spezialeinheit „Ferrum“ gegründet. Mehr als 60 Ermittler kümmern sich seitdem ausschließlich um illegale Schusswaffen, mutmaßliche Waffenhändler und die dahinterstehenden kriminellen Strukturen.

Bis Mitte August wurden in diesem Zusammenhang 68 Haftbefehle erlassen, mehr als 50 Verdächtige saßen in Untersuchungshaft. Rund 280 Menschen waren vorübergehend festgenommen worden. Zudem kontrollierten die Ermittler mehr als 3800 Fahrzeuge und 866 Lokale oder Geschäfte.

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