Wären die Jays dieser Welt doch alle verkabelt

Stephanie Lamprecht
Lesezeit 2 Min

Es gibt blöde Dinge, die machen Frauen nur einmal. Den Kaschmirpullover bei 60 Grad waschen etwa. An einer Zigarre ziehen oder sich beim ersten Date irgendwas mit Ruccola bestellen.Dann gibt's blöde Dinge, die machen Frauen öfter. Schuhe kaufen, die eine Nummer zu klein sind, aber supergünstig waren. Sich von der Freundin den Pony schneiden lassen. Oder sich in einen Vollidioten verlieben. So wie es Männer gibt, die ihr Leben lang nur VW fahren, gibt es Frauen, die zwar das Männermodell an ihrer Seite regelmäßig auswechseln, aber der Männermarke "beziehungsgestörter Egomane" treu bleiben. Die achten nicht auf die verheerende Pannenstatistik dieser Typen, die gucken nur aufs Design. Heißer Blick, glatte Brust, gekauft. Für Freundinnen kann das zermürbend sein, wenn sie alle paar Monate das Unfallopfer wieder aus seinem Beziehungswrack schneiden müssen. Ob die von RTL all diese geplagten Dauer-Trösterinenn im Sinn hatten, als sie Jay in den Dschungel schickten? Diesen Prototypen der Männerserie "hübsch aber herzlos"? Wie durch ein Mikroskop konnten Frauen das Verhalten eines selbstverliebten Gockels studieren. Unter Laborbedingungen und vollverkabelt. In der Dschungel-Petrischale wandelte sich das Sexobjekt zur peinlichen Wurst. Alles, was Frauen ihren Freundinnen in der Theorie tausend Mal erklärt hatten ("Das ist ein selbstverliebter Gockel, mach doch mal die Ohren auf!"), Jay lieferte den Beweis in der Praxis ("Siehste!"). Nur schade, dassdie Jays dieser Welt au- ßerhalb des Dschungel-Labors nicht mit den praktischen Mini-Mikrophonen ausgestattet sind.Oder wenigstens ein Schild haben, wie ein Kaschmirpullover. Statt "Nicht zu heiß waschen, läuft sonst ein" müsste draufstehen: "Nicht zu heiß lieben, läuft sonst weg."

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