Vorzeige-Unternehmer Oliver Enderlein wegen Betrugs vor Gericht

Die Millionen-Pleite des Wunderkindes

Marion Klemp
Lesezeit 1 Min

Frankfurt (Oder) - Mit gerade mal 20 Jahren hatte Oliver Enderlein seine eigene Firma, wurde schnell der Liebling von Brandenburgs Wirtschaftsförderern, die ihn zum "Mutmacher der Nation" kürten. Jetzt muss der Sonnyboy wegen Betrugs vor Gericht.2004 gründete Enderlein die Firma "Dacapo" in Herzfelde (MOL), produzierte mit bis zu 65 Angestellten Carports, heimste dafür Auszeichnungen ein. Im Februar 2007 kam sogar Lob von Landeschef Matthias Platzeck (SPD): "Von solchen Unternehmern könnten wir noch mehr im Land gebrauchen."Ein Jahr später steckte der Geschäftsmann tief in den roten Zahlen, hätte seine Pleite eigentlich offiziell machen müssen. Machte er aber nicht und nun erhebt der Staatsanwalt schwere Vorwürfe.Kurz vor der Pleite soll Enderlein drei Lastwagen voll Holz beiseite geschafft haben, um es dem späteren Vermögensverwalter zu entziehen. Das Holz brachte er zu einer Firma in Neuruppin, dazu die Dacapo-Kundenliste, angeblich gratis. Er vernichtete alle Dacapo-Geschäftsunterlagen und ging trotz leerer Konten noch auf Einkaufstour für 96 000 Euro. Und 196 000 zweckgebundene Euro von der Landesinvestitionsbank verwendete er für sich selbst.Der Prozess am Landgericht beginnt am Mittwoch und ist auf sieben Verhandlungstage angesetzt.------------------------------

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