Seine schwarze Kapuze hatte er tief ins Gesicht gezogen, als er den Saal betrat. Fast bedächtig ging er.
Sein Opfer soll ihn von einer ganz anderen Seite kennengelernt haben: Joachim B. (72) wollte am 6. August zum Einkauf, als L. wie ein Wilder in den S-Bahnhof Grünbergallee in Bohnsdorf fuhr. Rentner B., früher Forscher an einer Uni, hatte zwei Tüten mit Pfandflaschen dabei. Plötzlich sauste ihm ein Radfahrer entgegen, streifte ihn. B. ging zu Boden, rief dem Radler etwas nach.
Pöbelnd soll sich L. umgedreht haben. Eine Zeugin (57) hörte: „Komm her, du Penner, was willst du!“
Joachim B. lief hinter L. her. Sie begegneten sich erst im Tunnel für Fußgänger, dann am Treppenaufgang. Sebastian L. soll den Rentner „ohne Grund“ massiv attackiert haben.
Der Ankläger: „Er versetzte ihm mehrere wuchtige Schläge mit der Faust ins Gesicht.“ Bis das Opfer mit gebrochener Nase rückwärtsfiel.
Der Rentner stürzte zwölf Treppen tief. Er schlug mit dem Kopf auf. L. machte sich aus dem Staub. Andere Passanten kümmerten sich um den Verletzten. Er starb fünf Tage später in einem Krankenhaus.
Jetzt will sich L. mit Notwehr rausreden: „B. stand plötzlich vor mir, gab mir eine Ohrfeige, ohne nachzudenken schlug ich zurück.“ Ein Faustschlag sei es gewesen. „Moralisch“ sei er für den Tod verantwortlich, habe ihn aber nicht gewollt.
Nach Version von L. ging der Streit von B. aus: „Er hat sich wohl geärgert, weil ich auf dem Gehweg fuhr.“ Die Witwe von B. wurde befragt. Sie weinte: „Er würde nie angreifen.“ Fortsetzung: 9. Februar. KE.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com