Die rechte Seite mit Kapitän Christopher Trimmel und Flügelstürmer Sheraldo Becker funktioniert zwei Wochen vor dem Punktspielstart gegen RB Leipzig schon richtig gut. Anders sieht es allerdings auf der gegenüberliegenden Seite aus.
Beeindruckend im Training
Gegen Celta Vigo blieben sowohl Verteidiger Ken Reichel als auch Angreifer Marius Bülter ziemlich blass. Und trotzdem hat gerade der Neuzugang aus Magdeburg nach aktuellem Stand die besten Karten, gegen Halberstadt und womöglich auch gegen Leipzig in der Startelf zu stehen.
Was zum einen natürlich an den beeindruckenden Trainings- und Testspielleistungen liegt, die der 26-Jährige in den Wochen vor dem mauen Kick gegen die Spanier präsentierte. Ohnehin ist der gebürtige Ibbenbürener, der innerhalb eines Jahres den Sprung von der Regionalliga in die Bundesliga erarbeitete, der klassische Selbermacher. Einer, der sich alles selbst erkämpft hat und der, aufgrund seiner etwas speziellen Vertragssituation – Union hat Bülter für ein Jahr von Drittligist Magdeburg ausgeliehen, zieht die Kaufoption wohl nur im Erfolgsfall – die Chance auf die Bundesliga auch unbedingt nutzen will. Solche Typen mögen sie an der Alten Försterei.
Im Mai spielte Marius Bülter noch im Trikot des 1. FC Magdeburg in der Alten Försterei.
© imago images / Christian Schroed
Überschaubare Konkurrenz
Zum anderen ist die Konkurrenz für Bülter auf der linken Seite nach aktuellem Stand überschaubar. Aufstiegsheld Akaki Gogia gibt sich, wie auch Bülter, in Training und Testspielen größte Mühe, war nach seiner Einwechslung gegen Vigo sogar einer der auffälligeren Unioner. Dennoch bleibt offen, ob seine Fähigkeiten auch auf allerhöchstem Niveau ausreichen. Zudem hatte Gogia schon im Saisonfinale der Aufstiegsserie nur die Joker-Rolle inne. Kaum zu erwarten, dass Fischer ihn zum Bundesligastart zum Startelfspieler befördert.
Einen besseren Stand hatte da bis zuletzt Joshua Mees. Doch dem 23-Jährigen, der in der vergangenen Saison auch mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, mochte der ganz große Durchbruch in der Vorbereitung nicht gelingen, auch wenn Trainer Fischer dessen Fähigkeiten grundsätzlich schätzt.
Noch nichts entschieden
Stattdessen hat nun Marius Bülter die Nase vorn. Der weiß aber auch: „Entschieden ist noch gar nichts. Es war schön, in der Generalprobe zu spielen, aber ich muss meinen Platz noch verteidigen.“ Gelingt ihm das, könnte der 26-Jährige durchaus die Lösung für Unions linkes Problem sein.
Übrigens: Das Duell um die linke Verteidigerposition ging gegen Celta Vigo klar an Christopher Lenz. Der 24-Jährige zeigte sich nach seiner Einwechslung deutlich frischer, offensivstärker und auch aggressiver als sein Konkurrent Ken Reichel.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com