Deswegen verlegte Klinsi den Trainingsstart auch auf den 29. Dezember vor – kein anderer Bundesligaklub fing früher an. Vier Tage schufteten die Hertha-Profis bereits auf dem Schenckendorffplatz. Jetzt wird bei angenehmen 20 bis 25 Grad trainiert.
Klinsi schärft die Sinne seiner Schützlinge: „Wir sind gezwungen, mehr zu machen.“ Denn trotz der beachtlichen acht Punkte aus fünf Klinsi-Spielen zum Hinrunden-Endspurt steht Hertha als Zwölfter nur vier Punkte überm Abstiegsstrich – und zum Rückrunden-Start gastiert der FC Bayern im Olympiastadion (19. Januar).
In Florida gilt es für alle Hertha-Profis, sich zu beweisen. Der Konkurrenzkampf ist groß. Der KURIER erklärt, in welchen Mannschaftsteilen es besonders spannend ist.
Debüt von Steinborn
Tor: Im Tor führt kein Weg an Rune Jarstein vorbei. Die Nummer zwei Thomas Kraft reiste wegen eines Infekts und schlechten Blutwerten erst gar nicht mit über den großen Teich. Mit dabei sind dafür die Nachwuchs-Kräfte Dennis Smarsch und Luis Klatte. Spannend wird es trotzdem: Mit Max Steinborn (31) übernimmt ein neuer Torwarttrainer das Amt von Andreas Köpke, der sich im EM-Jahr 2020 ganz auf die Nationalmannschaft konzentriert.
Wird Niklas wieder stark?
Abwehr: Hier richten sich alle blau-weißen Augen auf Niklas Stark. Der Vize-Kapitän und Neu-Nationalspieler verlor unter Klinsmann seinen Stammplatz. Dedryck Boyata und Karim Rekik machten ihren Job in der Zentrale gut, ließen zuletzt dreimal kein Gegentor zu. Rechts ist Lukas Klünter gesetzt, links verdrängte unter Klinsi Marvin Plattenhardt Youngster Maximilian Mittelstädt.
Vorfreude auf Maier
Mittelfeld: Hier tobt der größte Konkurrenzkampf. Mit Santiago Ascacibar (22), für rund zwölf Millionen Euro am 1. Januar von Zweitligist VfB Stuttgart verpflichtet, wird das Gerangel um die Plätze zwischen Marko Grujic, Vladimir Darida, Per Skjelbred noch größer. Klinsi macht zudem Juwel Arne Maier, der die Hinrunde fast komplett fehlte, Mut: „Ich bin mir sicher, dass Arne jetzt seine Einsätze bekommen wird. Er hatte aufgrund einer Verletzung zuletzt Nachholbedarf. Er ist bei uns auch fest eingeplant.“ Das gilt weniger für Eduard Löwen und gar nicht für den wechselwilligen Ondrej Duda. Doch auch der Slowake ist überraschend in den USA dabei.
Jetzt darf auch Redan ran
Angriff: Auf den Außenbahnen soll Youngster Daishawn Redan (18) den bisher gesetzten Javairo Dilrosun (links) und Dodi Lukebakio (rechts) keine Ruhe gönnen. Klinsi verspricht sich viel. „Daishawn hat nach Muskelverletzungen gerade zum ersten Mal trainiert, seit dem ich da bin. Da hat er im Trainingsspiel richtig gut ausgeschaut. Auf den Kerl bin ich jetzt im Januar echt gespannt. Ein großes Talent mit viel Potenzial.“ In der Sturmspitze wird sich der bisher unter Klinsmann gesetzte Davie Selke strecken müssen. Kapitän Vedad Ibisevic brennt immer auf seine Chance. Auch Pascal Köpke machte zuletzt unter Klinsi Fortschritte.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com