Eklat in NS-Gedenkstätte

Volksverhetzung: Strafanzeige gegen AfD-Bundestagabgeordneten

Stefan Keuter soll bei einem Gedenkstätten-Besuch Nazi-Verbrechen verharmlost haben.

BK
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AfD-Bundestagsabgeordneter Stefan Keuter

AfD-Bundestagsabgeordneter Stefan Keuter

© Michael Kappeler/dpa (Archivbild)

Von der Staatsanwaltschaft Potsdam hieß es am Sonntag auf Nachfrage, sie sei von der Polizei informiert worden, dass eine Strafanzeige gegen den AfD-Politiker vorliege. Die Anzeige sei jedoch noch nicht bei der Staatsanwaltschaft eingegangen.

Keuter soll bei einem Besuch der Gedenkstätte Lindenstraße in der brandenburgischen Landeshauptstadt NS-Verbrechen verharmlost haben. Wie die Stiftung der Gedenkstätte mitteilte, hatte der AfD-Bundestagsabgeordnete in einer Ausstellung, in dem die Zwangssterilisierungen zur Zeit des Nationalsozialismus thematisiert werden, gesagt, man müsse die „Euthanasie“-Morde aus ihrer Zeit heraus verstehen.

Gedenkstättenleiterin Uta Gerlant erstattete nach Beratung mit verschiedenen Institutionen Anzeige gegen Keuter. Zunächst hatten verschiedene Zeitungen, darunter der „Tagesspiegel“, darüber berichtet.

„Es ist unerträglich, dass an einem Ort, der dem Gedenken an die Opfer der menschenverachtenden NS-Ideologie gewidmet ist, NS-Verbrechen verharmlost werden“, erklärte Gerlant. Dies sei der Versuch, völkisches Denken in die Mitte der Gesellschaft zu tragen und Ungleichheitsideologien den Weg zu bahnen. „Dem stellen wir uns entschieden entgegen.“

In der Lindenstraße 54, dem heutigen Sitz der Gedenkstätte, verfügte das Erbgesundheitsgericht nach Angaben der Stiftung seit März 1934 mehr als 3.300 Zwangssterilisationen. Betroffen davon waren Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen oder seelischen Leiden und sozial von den Nationalsozialisten marginalisierte Personen. Den Zwangssterilisationen lag eine eindeutig rassistische Ideologie zugrunde, die 1939 in die „Euthanasie“-Morde mündete.  (dpa)

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