Voilà, Monsieur Wulff

Ruth Moschner
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Politik ist wie Fußball, nur ohne Tor! So würde es Lukas Podolski ausdrücken. Der ist jedoch gerade in Südafrika und hat das neuneinhalb-stündige Wahldesaster ums Schloss Bellevue wahrscheinlich nicht mitbekommen. Bellevue, das ist französisch und bedeutet: schöne Aussicht. Passender wäre wohl derzeit: keine Einsicht. Wer hat der schwarzen Angie den roten Joachim untergemogelt? Frankophile Zustände im politischen Kasperletheater. Zur Erinnerung: Das französische Team warf sich quasi selbst aus dem WM-Turnier, weil sie sich gegenseitig nicht mehr über den Weg trauten. Staatschef Sarkozy hat dafür nur ein verunsichertes Lächeln übrig, bekommt er ja schon lange keine Rückendeckung mehr und steht noch dazu komplett unter dem Pantoffel von Carla "die Gottesanbeterin" Bruni. Voilà, jetzt machen wir es ihnen nach. Denn auch Wulff scheint derPräsident zu sein, denkeiner so richtig wollte. Er wird sich sogar gegen drei Frauen durchsetzenmüssen. Der einen hingen während des Wahldebakels die Mundwinkel so tief, als wollten sie sich in der Hölle im Erdmittelpunkt verkriechen, dieandere machte gute Miene zum bösen Spiel, legte die Brechstange zur Seite und küsste den Gatten, als sei nichts gewesen, und der dritte im Bunde, nun, wie soll man sagen, Guido war eben wie immer ... Guido. Fakt ist, Monsieur Wulff tritt in die Fußstapfen von Horst Köhler. Bleibt zu hoffen, dass er ihn nicht vollständig kopiert und demnächst den Bundestag auflöst, so wie Köhler 2005. Wenigstens würde dann das Volk wählen und nicht die Parteien selbst. Jogi Löw tritt übrigens vorerst nicht zurück. Bei all dem Nebensächlichen müssen wir schließlich noch Weltmeister werden.------------------------------Schauspielerin und TV-Moderatorin Ruth Moschner schreibt jeden Freitag im Berliner KURIER

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