Viktor Orbán und Recep Tayyip Erdogan

Den Nationalwahn ablegen

BK
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Sieht man die bullengesichtigen Repräsentanten Ungarns und der Türkei, Viktor Orbán und Recep Tayyip Erdogan, neben Angela Merkel stehen, kann man das ganze Elend Europas und des Nahen Ostens begreifen: Sie sind die Grenzfetischisten und nationalistischen Götzendiener einer Politik, die vor 100 Jahren aktuell war und Ursache war für den Ersten Weltkrieg.

Nehmen wir zum Beispiel Erdogan. Er lässt seine Armee in Syrien einmarschieren, um den Kalifenstaat IS anzugreifen, aber gleichzeitig auch um die gegen den IS erfolgreichen syrischen und irakischen Kurden massiv zu bekämpfen. Er gleicht dem ärztlichen Direktor einer Krebsklinik, der seine Chirurgen bösartige Tumore operieren lässt, aber gleichzeitig die für die Krebsbekämpfung genauso wichtigen Strahlentherapeuten eliminiert.

Normalerweise landen solche Leute entweder im Gefängnis oder in einer Irrenanstalt. Die Türken sind offenbar unfähig, das Problem ihrer Minderheiten – früher die Armenier, heute die Kurden – ohne Unterdrückung und ohne Blutvergießen zu lösen und den Kurden unter Wahrung der staatlichen Einheit politische und kulturelle Autonomie, Zweisprachigkeit und Selbstverwaltung zu gewähren. Die PKK, die kurdische Untergrundorganisation, die für viele Anschläge verantwortlich ist, sieht sich daher nicht als terroristische Vereinigung, sondern als Befreiungsarmee und wäre nie entstanden, wenn die Türken nicht über Jahrzehnte jede kurdische Selbstverwaltung, parlamentarische Vertretung, die kurdische Sprache in Ämtern, ja sogar in den Schulen verboten hätten.

Die Türken müssen endlich ihren Nationalwahn ablegen und könnten sich an Italien und Südtirol ein Beispiel nehmen, um endlich im eigenen Land zum Frieden zu kommen.  

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