VIERSCHANZENTOURNEE Ösis stürzen bei Sprung-Farce ab, Schmitt Siebter

Ammann pfeift auf den Wind

A.F
Lesezeit 3 Min

Garmisch-Partenkirchen - Was für ein Chaos auf der großen Olympiaschanze. Das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee endet in einer Wind-Farce. Mit ganz viel Mühe bringt die Jury einen Durchgang ins Tal. Etliche Favoriten, viele Ösis mit Spitzenreiter Thomas Morgenstern, auch Deutschlands Ass Severin Freund, stürzen brutal ab. Nur der Schweizer Simon Ammann pfeift auf den Wind.Frust, Ärger, Fassungslosigkeit - Worte, die das Neujahrsspringen charakterisieren. Was gibt es nicht alles bei dem Höllen-Trip mit 82,5 Metern Anlauflänge und einer Anlaufgeschwindigkeit von 91 km/h. Wobei beim Absprung Windböen von über vier Metern pro Sekunde die Springer fast vom Bakken blasen.Der Finne Ville Larinto bekommt Wind unter die Ski, segelt bis auf 140,5 Meter, stürzt schwer, bleibt liegen. Wie durch ein Wunder ist er unverletzt, hätte sich nach dem Horror-Flug sogar für den zweiten Durchgang qualifiziert.Dazu kommt es nach Unterbrechungen, einer Anlaufverkürzung und wirren Bedingungen nicht. Nur wenige Springer segeln gedanklich heil nach unten. Der Beste: Simon Ammann. Diese Schanze scheint dem Schweizer selbst bei miesesten Verhältnissen wie auf den Leib geschneidert. Seit einem Jahr hält er mit 143,5 Metern den Schanzenrekord. Auch diesmal bleibt er kalt wie Hundeschnauze und landet bei verkürztem Anlauf bei 131 Metern - der Sieg vor dem Russen Pawel Karelin und dem Polen Adam Malysz. Martin Schmitt wird als bester Deutscher mit 134,5 Metern (aus einer höheren Luke) Siebter.Die Wind-Lotterie fegt viele Top-Springer einfach weg. Thomas Morgenstern, in Oberstdorf noch souveräner Sieger, kracht bei 124 Metern runter - Rang 14. Der einzige Trost: In der Gesamtwertung bleibt er vorn, aber nur 13,5 Punkte vor Ammann.Severin Freund (der Auftakt-Sechste) stürzt als 41. ebenso ab wie fast alle Ösis. Ganz schlimm erwischt es Andreas Kofler. Er hätte sich fast das Genick brechen können. Letzter wird er, ist aber heilfroh, wenigstens gesund gelandet zu sein.------------------------------ERGEBNISSEVierschanzentournee, 2. Springen:1. Ammann (Schweiz) 142,1 Pkt. (131,0 m); 2. Karelin (Russland) 138,3 (132,5); 3. Malysz (Polen) 138,0 (132,0); 4. Jacobsen (Norwegen) 134,7 (127,5); 5. Ahonen (Finnland) 133,2 (134,0); ... 7. Schmitt (Furtwangen) 131,9 (134,5); 13. Hocke (Schmiedefeld) 125,8 (130,0); 15. Uhrmann (Rastbüchl) 124,2 (122,0); 16. Bodmer (Meßstetten) 124,0 (125,0); 18. Neumayer (Berchtesgaden) 123,4 (123,0); 23. Wank (Oberhof) 120,3 (125,5); 27. Freitag (Aue) 118,7 (125,5); 41. Freund (Rastbüchl) 106,0 (117,5); 45. Musiol (Zella-Mehlis) 102,3 (115,0); 48. Mechler (Isny) 95,5 (107,0)Gesamtwertung: 1. Morgenstern (Österreich) 415,2 Pkt.; 2. Ammann 401,7; 3. Hautamäki (Finnland) 388,7; 4. Malysz 381,3; 5. Martin Koch (Österreich) 380,2; 6. Neumayer 377,4; ... 9. Freund 364,7; ... 11. Schmitt 358,8------------------------------BU: Die Startnummer 13 bringt dem Finnen Ville Larinto kein Glück - böser Sturz.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com