Verteidiger im Aufwind

Clever-Klünter ist klarer Klinsi-Sieger

Herthas Dauerrenner ist auch unter dem neuen Cheftrainer gesetzt.

Wolfgang Heise
Lesezeit 2 Min
Herthas Lukas Klünter (r.) freut sich schon auf den Hit gegen die Bayern. 

Herthas Lukas Klünter (r.) freut sich schon auf den Hit gegen die Bayern. 

© Matthias Koch

Im Sommer 2018 kam er vom 1. FC Köln. Ein halbes Jahr schaute er damals nur zu. Dazu noch ein Muskelbündelriss im November 2018. Kein toller Start bei einem neuen Klub. Doch Klünter steckte das weg. Denn er ist ein kluger Kopf. Er zwar nicht der Supertechniker, doch er besitzt die Intelligenz, Spielsysteme in sein Gehirn aufzusaugen. Dazu ist er einer der schnellsten Profis der Bundesliga. Selbstironisch sagt er auch: „Reden wir über das, was ich kann: schnell laufen.“

Natürlich ist das nur ein Scherz. Denn Klünter bewies schon in der Rückrunde der vergangenen Saison, was in ihm steckt. In der Hinrunde gehörte er noch zu den wenigen blau-weißen Spielern, die besser wurden. Er machte 15 Bundesliga-Spiele, alle über 90 Minuten.

Auch nach dem Trainerwechsel von Ante Covic zu Jürgen Klinsmann hat sich daran nichts geändert. Klünter schaut kurz zurück: „Der Saisonstart mit dem Spiel gegen Bayern lief ganz gut für das Team und mich. Persönlich war es mein Ziel, an die Schlussphase der vergangenen Spielzeit anzuknüpfen. Das ist mir weitestgehend gelungen. Ich habe das Vertrauen von Ante Covic gespürt. Aber als Mannschaft sind wir danach abgefallen.“

Stimmt, aber nicht Klünter, der blieb beständig. Auch in der Winterpause, auch im harten Trainingslager. „Jeder Spieler will sich dem Trainer zeigen. Wir arbeiten mit neuen Ansätzen im athletischen Bereich und ich glaube, wir haben nicht nur konditionell einen Schritt nach vorne gemacht. Ich bin bislang absolut positiv gestimmt!“

Für Clever-Klünter ist auch eine Systemumstellung von Dreier- auf Vierer-Abwehrkette kein Problem. „Als Außenbahnspieler habe ich im ersten System die ganze Seite für mich, mit Viererkette habe ich einen Spieler vor mir, den ich lenken kann und mit dem ich mich abwechseln kann. Das gefällt mir persönlich ein bisschen besser und hat vielleicht auch einen Tacken besser geklappt“, erklärt Klünter.

Doch egal, wie Klinsmann spielen lässt, für Klünter und das Team soll die Rückrunde noch besser laufen: „Wir müssen an das Hinrundenende anknüpfen, um möglichst schnell unten rauskommen, denn sicher ist auch: Wir sind noch nicht aus dem Abstiegskampf heraus.“ Ein Sieg gegen die Bayern wäre ein Riesenschritt. 

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