Viele Pumpen am Straßenrand sind defekt. Oder das Wasser, das sie liefern, ist chemisch oder mit Bakterien verseucht.
Zunächst weiß der Senat offenbar nicht genau, wie viele der „Handschwengelpumpen“ es gibt. Dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses berichtete er im Oktober von 901 „Bundesbrunnen“, die in der Verantwortung des Bundes der Versorgung im Verteidigungsfall dienen sollen, und 881 Landesbrunnen für den Katastrophenschutz. In der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage aus dem gleichen Monat war dann von 1169 Landesbrunnen die Rede.
1000 Pumpen fehlen im Ernstfall
Von den Landesbrunnen seien 476 chemisch, 187 bakteriologisch verunreinigt, bei den Bundesbrunnen, die zwischen 50 und 4400 Menschen versorgen sollen, sind es 356 beziehungsweise 194. Am Ende könnten insgesamt nur 624 Brunnen halbwegs trinkbares „Notwasser“ liefern, das man dennoch besser mit speziellen Tabletten entkeimen sollte.
Wie viele Brunnen technisch funktionieren, scheint dem Senat nicht bekannt zu sein. Zuständig für Wartung und Reparatur sind die Bezirke. Neukölln allerdings hat eine Auflistung geliefert, nach der von 44 Bundesbrunnen nur 16, von den Landesbrunnen 63 von 173 intakt sind. Die Reparaturen beziehungsweise das Neu-Bohren hätten 2019 über 1,3 Millionen Euro gekostet.
Selbst wenn alle Pumpen technisch in Ordnung wären, fehlten nach einer 2009 gemachten Erhebung allein 1000 Bundespumpen, um die Versorgung im Ernstfall sichern zu können. Der Bund in Form des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat aber laut Senatsumweltverwaltung eine 2017 von Berlin erbetene Neukonzeption für die Notversorgung noch nicht geliefert.
Beim BBK haben die Bezirke für 2020 rund 1,73 Millionen Euro für Reparaturen beantragt, insgesamt rechnet der Senat bei den Bundesbrunnen mit einem Bedarf von 13 Millionen Euro für Reparaturen und Neubau. Für den Neubau- und Reparaturbedarf der Landesbrunnen konnte der Senat keine aussagekräftigen Zahlen nennen und weiß auch nicht, wann alle Lücken und Mängel beseitigt sein werden.
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