Schrubb-Aktion ist Neuköllner Bezirkspolitikern zu verdanken
Hier noch dreckig, dort schon blitzeblank: Am Südstern und in der Pannierstraße sehen die Briefkästen noch verboten aus – oder sie wurden schon wieder beschmiert. In der Sonnenallee jedenfalls hat die Putztruppe ganze Arbeit geleistet. Nur ein paar Kratzer und Gebrauchsspuren unterscheiden die Postkästen dort von nagelneuen Exemplaren. Zu verdanken ist die Schrubb-Aktion den Neuköllner Bezirkspolitikern, die 2019 wütende Briefe an die Deutsche Post geschrieben hatten. Sie beklagten, dass manche Kästen so abgewrackt aussehen, als seien sie längst nicht mehr in Betrieb.
An der Pannierstraße sind die Briefkästen noch beschmiert.
© Bernd Friedel
3000 Briefkästen in Berlin sollen eine Grundreinigung erhalten
Die Beschwerden aus der Neuköllner BVV landeten bei der Post offenbar auf dem richtigen Schreibtisch. Denn Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) bekam die Zusicherung, dass die Briefkästen endlich gereinigt werden. Mehr noch: 300 Dreck-Behälter seien sogar schon auf Hochglanz poliert worden – in Neukölln, aber auch in Friedrichshain-Kreuzberg. Die Deutsche Post plant jetzt, die Abstände zwischen den Reinigungen zu verkürzen – und insbesondere Hass-Parolen flott zu entfernen. Schrittweise sollen außerdem alle 3000 Briefkästen in Berlin eine Grundreinigung erhalten.
Dieser Briefkasten wurde bereits gereinigt.
© Bernd Friedel
Vandalismus an Briefkästen ist schon lange ein Problem, auch in anderen Städten. Doch so oft Zerstörungen und Verschmutzungen vorkommen, so wenig sind sie Kavaliersdelikte. Laut Post ist das Verschandeln der gelben Kästen strafbar, es werde ja Eigentum beschädigt.
Die Fantasie der Schmutzfinken kennt leider keine Grenzen. So landet auch Hundekot in Briefkästen. 2011 gab es einen Fall in München, wo ein Täter reihenweise Tüten mit Kot und einer Stink-Flüssigkeit in Postkästen hinterließ. Einige Beutel platzten auf und ruinierten Briefe. Für die Reinigung fielen pro Kasten 150 Euro an.
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