Vermutlich auch Ausländer unter Opfern. Air-Berlin-Maschinen starteten kurz vor dem Anschlag

Flughafen-Attentat: Inferno an der Gepäckausgabe

JG
Lesezeit 2 Min

Moskau - Der Moskauer Flughafen Domodedovo. 16.32 Uhr Ortszeit. Zigtausende Menschen sind im Internationalen Terminal, als es zu einer gewaltigen Explosion kommt. Ein Selbstmordattentäter zündet eine Bombe, die nach ersten Berichten mit Metallstücken gefüllt ist. Erste fürchterliche Bilanz: 35 Tote und 170 Verletzte, darunter eine Deutsche. Ihr Zustand ist stabil.Ein Augenzeuge: "Ich sah einen Polizisten, der mit Blut überströmt war und verstört rief: Ich habe überlebt, ich habe überlebt!" Rettungswagen auf dem Weg zum Airport steckten im Stau fest.Moskau und der Terror: Seit dem Überfall auf ein Musicaltheater im Jahr 2002, als tschetschenische Terroristen 800 Geiseln nahmen und 129 Menschen starben, wurde Moskau immer wieder Zielscheibe für Anschläge. Zuletzt im März 2010, als bei zwei Explosionen in U-Bahn-Stationen 38 Menschen starben.Jetzt ist der Terror zurück. Und trifft auch die Besucher aus aller Welt. Denn die Explosion war im Internationalen Terminal. Da, wo eine Minute vor der Detonation noch Air-Berlin-Flüge nach Düsseldorf und Wien abgehoben waren. Hinweise auf deutsche Opfer gibt es bislang nicht.Kremlchef Dimitri Medwedew ordnete erhöhte Alarmbereitschaft für alle Verkehrsknotenpunkte an. Gesucht wird nach drei verdächtigen Männern gesucht. Inzwischen wurde der abgetrennte Kopf des Attentäters gefunden, der nach russischen Angeben "arabisch" aussehe. Das deute auf einen islamistischen Hintergrund und eine Spur in den Nordkaukasus hin, von wo schon mehrfach islamistische Attentäter kamen.Der Flughafen Domodedovo ist einer der ersten in Europa, der die umstrittenen Körperscanner einsetzt. Dennoch, kritisiert Medwedew, hätten offenbar "zu laxe Sicherheitsvorkehrungen den Anschlag begünstigt".------------------------------RETTUNGSWAGEN STECKTEN IM STAU FESTATTENTÄTER SOLL AUS DEM NORDKAUKASUS KOMMEN

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema