Verklärung der DDR "ist erschreckend" Bundespräsident eröffnet Stasi-Ausstellung und warnt vor Nostalgie

Christian Wulff

Ronald Gorny
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Berlin - Während Linken-Chefin Gesine Lötzsch eine neue Kommunismus-Debatte anheizt, übt Bundespräsident Christian Wulff scharfe Gesellschaftskritik. Er warnte vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur.Am 21. Jahrestag der Erstürmung der Stasi-Zentrale eröffnete das Staatsoberhaupt in der Zimmerstraße 90/91 nahe des Checkpoint Charlie eine neue Dauerausstellung. Anhand von Einzelschicksalen, Bild- und Tondokumenten zeigt sie, wie das Mielke-Ministerium in den Alltag vieler Menschen eindrang: Briefe wurden geöffnet, Gerüchte gestreut, Freunde isoliert.Christian Wulff übte scharfe Gesellschaftskritik: "Es ist erschreckend, wie verklärend viele heute rückblickend auf die DDR schauen und die Menschenrechtsverletzungen, die Unfreiheit einfach ausblenden." Im Arbeiter-und-Bauern-Staat habe es natürlich auch normalen Alltag gegeben. In diesem seien die Mitarbeiter der Staatssicherheit aber immer präsent gewesen. Bis in Sportvereine hinein seien Spitzel präsent gewesen.Die im März aus dem Amt scheidende Chefin der Stasi-Unterlagenbehörde Marianne Birthler sagte, es sei problematisch, dass in ihrer Behörde noch einstige Stasi-Leute beschäftigt seien.Ex-DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann zumKURIER: "Wir müssen jetzt aber auch unermüdlich für die Verbesserung der Demokratie kämpfen und uns selber einmischen: Sei es bei der A100 oder bei Stuttgart 21."------------------------------BU: Auf einer Fläche von 260 Quadratmetern können sich in der Zimmerstraße 90/91 in einer Ausstellung Besucher über Methoden der Stasi informieren.

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