Verhandlungen mit dem Vermieter sind in Friedrichshain kläglich gescheitert

Achtung Chaoten, gleich kommt das Räumkommando

Ronald Gorny
Lesezeit 2 Min

Friedrichshain - Farbattacken auf benachbarte Häuser, Lärm-Terror bis in die tiefe Nacht. Die Besetzer der Liebigstraße 14 sorgen seit 1990 für viel Unmut bei Anwohnern. Jetzt endlich steht die Räumung des Gebäudes kurz bevor.In der benachbarten Justus-von-Liebig-Grundschule prangt ein Graffito mit dem Schriftzug "Vorsicht, Krisengebiet." Darunter ist ein brennendes Fahrzeug abgebildet. Gleich daneben haben Chaoten mit einer Schmiererei klar gemacht, was den Anwohnern nun droht: "Bei Räumung gibt's Randale."Jacqueline Brillat (37), deren Tochter in die 5. Klasse der Liebig-Schule geht: "Shirley hat Angst, wenn es hier tagsüber Demonstrationen gibt, lässt sich dann lieber von mir abholen."Bürgermeister Franz Schulz (Grüne) nimmt die Sorgen und Ängste der Bewohner im Kiez und der angrenzenden Schule und Kita ernst. In fünf Verhandlungsrunden mit dem Vermieter, dem Liegenschaftsfonds und den Besetzern hat er um eine friedliche Lösung des Konflikts gerungen. Doch die den Chaoten angebotenen Ersatzobjekte - seit vielen Jahren leerstehende, kaputte Kitas in Lichtenberg - sind fürs Wohnen unbrauchbar. Schulz zum KURIER: "Ich kann nicht mehr helfen. Der Eigentümer hat einen vollstreckbaren Räumungstitel. Jeden Tag kann der Gerichtsvollzieher anrücken - sich notfalls zur Amtshilfe an die Polizei wenden."Und so leben die Anwohner jetzt in Angst. "Die Besetzer machen nachts Krach mit Trommeln, stimmen sich damit wohl schon auf Krawall ein", so eine Mittvierzigerin. Der Direktor der Liebig-Schule, Wolfgang Waldeyer, berichtet von Schmierereien an der frisch sanierten Sporthalle und an Scheiben im Eingangsbereich, Hunde der Besetzer hinterlassen ihre Häufchen auf dem Pausenhof.Nun warten alle auf den Gerichtsvollzieher. Besorgniserregend dabei: Die Besetzer haben circa 1000 Sympathisanten.------------------------------BU: Die Besetzer drohen mit weiteren Anschlägen auf Autos.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema