Schuldig wegen Paragraf 2911 (Teilnahme an verbotenen Demonstrationen, Anstachelung zu Unruhen, Befehle der Polizei missachtet). Das wird Nora F. vorgeworfen und deshalb muss sie wohl schon bald ihre Koffer packen. Die Berlinerin hatte 150 Flüchtlingen geholfen, in die Provinz Edirne zu kommen. Die grenzt an Griechenland und Bulgarien, ist von den Behörden abgeriegelt, weil dort bereits 1500 Flüchtlinge auf eine Gelegenheit zum Grenzübertritt warten.
Nora F. hatte offenbar humanistische Motive. Sie arbeitet für eine linke Organisation, die getrennte Flüchtlingsfamilien wieder zusammenführen will. Im konkreten Fall ging es unter anderem um Geschwister aus Syrien, die sich auf der Flucht verloren hatten, sich treffen wollten. Die Organisation stellt Vermisstenanzeigen ins Internet.
Vor zwei Jahren hatte sich Nora F. einen Traum erfüllt, eröffnete in Istanbul mit geliehenen Geld ein links-alternatives Cafe. Um das werden sich in Zukunft wohl Geschäftspartner kümmern müssen.
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