Vergewaltiger vor Gericht

Glatzen-Emil und sein Sex-Raubzug

Sie wachten auf, weil ein Vermummter an ihrem Bett stand: Für zwei Frauen, 76 und 63 Jahre alt, wurde ein Albtraum zur furchtbaren Realität.

Kerstin Rebien
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Glatzen-Emil am Donnerstag beim Prozess.

Glatzen-Emil am Donnerstag beim Prozess.

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Sie wachten auf, weil ein Vermummter an ihrem Bett stand: Für zwei Frauen, 76 und 63 Jahre alt, wurde ein Albtraum zur furchtbaren Realität. Ein Fremder war in ihr Haus eingebrochen. Er vergewaltigte sie brutal, beraubte sie.

Vier Jahre später sahen sie nun den mutmaßlichen Sex-Gangster wieder: Emil M. (33). Er stammt aus Bulgarien, wurde vor drei Monaten in London verhaftet. Damals machte er keine Aussage: „Ich lasse mich nicht unter Druck setzen.“ Als er die Anklage hörte, setzte er einen erstaunen Blick auf.

Es war 4 Uhr, als am 20. Dezember 2010 ein Maskierter um das Haus von Selma U. (76) in Pankow schlich. Über die Terrassentür, die ausnahmsweise nicht verriegelt war, drang er in das Einfamilienhaus.

Die einstige Richterin lebt allein dort. Die Anklage: „Er begab sich zu der im Bett schlafenden Zeugin, presste ihr einen mit einem Betäubungsmittel getränkten Lappen in das Gesicht.“

Sie hatte keine Chance: „Er drückte ihr mit einem Handballen auf die linke Halsseite.“ Sie wurde kurz ohnmächtig. Der Gangster vergewaltigte sie mit einem Gegenstand. Er floh mit 90 Euro und 11 Orden.

Das schreckliche Szenario wiederholte sich drei Wochen später in einer Villa in Wannsee. Der Täter hebelte im Keller eine Tür auf. Gisela D. (63) schreckte hoch, als der Typ am Bett stand. Sie bot Geld. Er wollte mit Gewalt Sex, filmte die Untaten.

Ein Ermittler: „Es war Wahnsinn, was da passiert ist.“ Selma U. wurde von einer ersten Polizeistreife für verwirrt gehalten. Erst die zweite begriff. Dem Verdächtigen kam die Polizei erst nach einem Einbruch 2012 auf die Spur: „Im Auto lag eine Kippe, die DNA passte zu einer Spur im Fall Wannsee.“ Es gab bald einen Namen: Emil M., der früher in Weißensee lebte. Fortsetzung: Dienstag. KE.

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