Ein über zwölf Jahre alter Vermisstenfall ist jetzt ein Mordfall! Dabei war Hoffnung bei vielen längst geschwunden, dass das rätselhafte Verschwinden je gelöst wird. Doch die Mordkommission blieb hartnäckig. Die Ermittler gingen etwa 300 Hinweisen nach, setzten Spürhunde ein und lobten eine 5000-Euro-Belohnung aus. Nichts. Keine Spur.
Ali K. wurde schon mal verurteilt
Ein Ermittler versuchte, auch als das Verschwinden von Georgine Krüger zum „Cold Case“ wurde, neue Ermittlungsansätze zu finden. Er suchte nach vorbestraften Sexualstraftätern, die in der Nähe des Ortes ihres Verschwindens wohnen. Dabei gab es einen Volltreffer in der Stendaler Straße. Dort war Georgine auf dem Heimweg von der Fontaneschule aus einem Bus gestiegen.
Der Verdächtige Ali K. wohnt dort seit 1985 in einem Mehrfamilienhaus mit seiner Ehefrau und seinen drei Kindern (2, 18, 20). Laut Staatsanwaltschaft ist er bereits 2012 vom Amtsgericht Tiergarten wegen sexueller Nötigung einer Jugendlichen verurteilt worden. Er hatte das Mädchen aus sexuellen Motiven in den Keller seiner Wohnung gelockt.
Georgine Krüger aus Berlin-Moabit.
© dpa/Polizei Berlin
Die Suche geht weiter
Diese Spur und weitere Ermittlungen führte die Polizei zu Ali K. Ein verdeckter Ermittler versuchte daraufhin monatelang das Vertrauen des Verdächtigen zu gewinnen. Mit Erfolg! Der 43-Jährige soll dem Beamten in einem emotionalen Moment von der Tat erzählt haben. Ein Spezialeinsatzkommando stürmte am Dienstag Morgen die Wohnung an der Stendaler Straße in Moabit und vollstreckte den Haftbefehl wegen Mordes.
„Es besteht der dringende Verdacht, dass der Mann Georgine Krüger aus sexuellen Motiven auf ihrem Heimweg von der Schule abgefangen, in seinen Keller in Berlin Moabit gelockt und sie dort getötet hat“, erklärt Staatsanwaltssprecher Martin Steltner. Georgines Leiche wurde bisher jedoch noch nicht gefunden. Die Suche geht weiter.
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