Wir treten sie mit Füßen und oft bringen sie uns so richtig ins Schwitzen – Treppen aus Holz, Stein oder Metall. Wir hasten meistens über sie hinweg und nehmen uns selten die Zeit, die Treppen etwas näher zu betrachten. Gerade in Berlin mit seinen unzähligen Altbauten und bewundernswerten Denkmälern sind die Treppen architektonische Hingucker und verraten viel über historische Baustile. Das sind die 15 interessantesten Treppen- und Treppenhäuser:
Kaiserliches Treppenhaus im Berliner Dom
Kaiserliches Treppenhaus im Berliner Dom.
© Sophia Kräge
Der Berliner Dom ist die größte evangelische Kirche Berlins. Sie wurde von 1894 bis 1905 nach Plänen von Julius Raschdorff in Anlehnung an die italienische Hochrenaissance und den Barock errichtet. Im kaiserlichen Treppenhaus wurden für diese Zeit typische Marmorarten und rotes Material (Unica) aus dem Lahngebiet am Rhein verarbeitet. Kandelaber und Deckenkronen sind aus vergoldeter Bronze und die Türen sind goldfarben verglast. Über das Kaiserliche Treppenhaus hatte das preußische Herrscherpaar Zugang zur Tauf- und Traukirche sowie zur Kaiserloge in der Predigtkirche.
Am Lustgarten, 10178 Berlin
Goldverzierte Treppe im Schloss Charlottenburg
Treppe im Schloss Charlottenburg.
© Sophia Kräge
Schon Königin Luise war von seiner einzigartigen Schönheit beeindruckt: Der Neue Flügel, der sich äußerlich eher unscheinbar an das Schloss Charlottenburg anfügt, birgt im Inneren zahlreiche Meisterwerke des Barock und des Frühklassizismus. Zarte Pastellfarben an den Wänden und große Fenster laden ein, über die mit Goldverzierungen geschmückte Treppe zu den prachtvollen Festsälen hochzusteigen.
Spandauer Damm 20-24, 14059 Berlin
Historisches Treppenhaus Kurfürstendamm
Treppenhaus Kurfürstendamm 50.
© Rainer Adolph
Das Eckhaus im Stil der Neorenaissance wurde 1899-1900 von Heinrich Munk errichtet, der es selbst lange Zeit bewohnte, bis er es schließlich verkaufte. Es besteht aus Vorderhäusern, Seitenflügeln, Quergebäuden und Remise. Es hat sechs Treppenhäuser, die es wirklich lohnt zu besichtigen. Die Aufnahme sandte uns Leser und Hausbewohner Rainer Adolph.
Kurfürstendamm 50, 10707 Berlin
Schwindelerregende Treppe im Bayer Haus
© Eberhard Philipp Heck
Lange Zeit galt das in den 50er Jahren errichtete Gebäude am Kurfürstendamm 178-179, als das schönste Geschäftshaus der Stadt. Das zeigt sich besonders an der eleganten schwindelerregenden Treppenkonstruktion, die sich über sieben Geschosse erstreckt.
Kurfürstendamm 178-179. 10707 Berlin
Verzierter Treppenaufgang in der Schlüterstraße
Schlüterstraße 54.
© Sophia Kräge
In Charlottenburg sieht es aus wie vor 150 Jahren. Denn dort steht ein Haus aus der Gründerzeit um 1871. Damals war es beliebt, die Stile vergangener Epochen von Romantik, Gotik, Ranaissance, Barock bis Rokoko wild miteinander zu kombinieren. Im Treppenhaus kann man das erkennen. Deckenstuck und Ornamente sind gut erhalten.
Schlüterstraße 54, 10629 Berlin
Imposante Treppenhalle im Kriminalgericht Moabit
Kriminalgericht Moabit.
© Bernd Settnik
Die imposante Treppenhalle im Kriminalgericht Moabit beeindruckt jeden Gast – vielleicht aufgrund der Architektur der barocken Zeit, welche zwischen Einschüchterung und Macht pendelte. Dieser Effekt wird hauptsächlich dadurch bewirkt, dass die Treppenläufe nicht wie gewöhnlich übereinander, sondern auseinander gezogen sind.
Turmstraße 91, 10559 Berlin
Herrschaftliche Treppe im Rathaus Schöneberg
Rathaus Schöneberg.
© Sophia Kräge
Wer das Rathaus Schöneberg betritt, kann sich herrschaftlich fühlen. Die große Eingangshalle mit der Hauptreppenanlage wurde aufwändig mit teilglasierten Keramiken und Ornamenten, nach den Entwürfen des Architekten John Martens (1875-1936), gestaltet. Auf dem Weg zum Goldenen Saal schreitet man über eine Holzreppe mit einem rotem Teppich. So wie einst John F. Kennedy. Der hielt am 26. Juni 1963 auf dem Platz vor dem Rathaus seine berühmte Rede mit dem Satz: „Ich bin ein Berliner”.
John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin
Norddeutsches Treppenhaus Rathaus Schmargendorf
Hier darf "Ja" gesagt werden.
© Sophia Kräge
Das Treppenhaus im Rathaus Schmargendorf ist 1900 im Stil der märkischen Backsteingotik mit Jugendstilelementen erbaut worden. Ein gediegener Ort für Eheschließungen und auch bei Prominenten beliebt: Romy Schneider und Gunter Gabriel haben hier ihre Partner geheiratet.
Berkaer Platz 1, 14199 Berlin
Verstecke Treppe im Friedrichsstadtpalast
Treppe im Friedrichstadtpalast.
© Mark Seeling
Im Treppenhaus vom Hinterausgang des 1984 eröffneten Friedrichstadtpalasts versteckt sich eine elegante weiße Treppe mit Kupfergelände. Hier gelangen Besucher selten hin. Unser Leser Mark Seeling nahm an einer Lesung in einem Architektur-Büro auf der Rückseite des Gebäudes teil und gelangte so zur Treppe, wo er dieses Foto aufnahm.
Friedrichstraße 107, 10117 Berlin
Türkise Wendeltreppe in der Siegessäule
Einige der 285 Stufen in der Siegessäule.
© Kati Ostermann
Die Siegessäule hat keinen Aufzug. Es sind 285 Stufen zu bewältigen, um auf die Aussichtsplattform des Nationaldenkmals zu gelangen. Oben angekommen kann man die vergoldete Bronzeskulptur Viktoria, von den Berlinern „Goldelse" getauft und einen wunderschönen Blick auf den Tiergarten, den Potsdamer Platz und das Brandenburger Tor bewundern.
Großer Stern, 10557 Berlin
Romantische Treppe in den Hackeschen Höfen
Hackesche Höfe
© Sophia Kräge
Ein wahres Schmuckstück in Schwarz-Gold befindet sich am südlichen Eingang der „Rosenhöfe” in der Nähe des Hackeschen Markts. Die verschnörkelte Wendeltreppe führt in die dahinter liegende Passage. Vielen Besuchern ist die Treppe unbekannt, da diese unmittelbar in der Durchfahrt zu den Höfen liegt.
Rosenthaler Str. 36, 10178 Berlin
Königliche Eingangshalle Landgericht Berlin
Eingangshalle Landgericht Berlin.
© Ansgar Koreng/CC BY 3.0 (DE)
Ein architektonischer Höhepunkt ist die 30,5 Meter hohe Eingangshalle des 1904 erbauten Landgerichts in der Littenstraße in Mitte. Säulen aus rotem und grünem Sandstein mit farbigen Rittermotiven im Erdgeschoss und im Treppenaufgang verzieren sie. Im Boden der Halle sind auch noch zahlreiche Originalfliesen mit der Krone als königliches Emblem erhalten.
Littenstraße 12-17, 10179 Berlin
Gläsernes Treppenhaus der IG Metall
IG Metall Haus Treppe
© Eva-Maria Kühne-Wehrmann
Im IG-Metall-Gebäude befindet sich eine großzügige Wendeltreppe mit einem Durchmesser von fast 5 Metern. Alle Metaillteile bestehen aus Messing und die mitlaufenden Geländerstäbe betonen die runde Formgebung der Treppe. Damals traf man seine Kollegen nicht bei Social Media, die Flure und Treppenhäuser waren der zentrale Platz, um Neuigkeiten zu erfahren und um sich auszutauschen.
Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin
Musikalische Treppe im Waldorf Astoria
Waldorf Astoria Wendeltreppe
© Sophia Kräge
Die Treppe im Erdgeschoss des Waldorf Astoria führt vom Erdgeschoss zur Lang Bar. Die Streben des Geländers empfindet die 5. Sinfonie von Beethoven nach. Wie der gesamte Stil des Hauses, so ist auch deren Geländer eine moderne Adaption des Art Deco-Stils der 20er und 30er Jahre. Würde man die Beethoven Treppe imaginär aufklappen, wären die einzelnen Noten so gelegen, dass sie Beethovens 5. Symphonie ergeben würden.
Hardenbergstraße 28, 10623 Berlin
Herzförmige Treppe in der Universität der Künste
Herzförmiges Treppenhaus in der UdK Berlin.
© Eberhard Philipp Heck
Diese Treppe aus den späten 80er Jahren wird eigentlich nur im Brandfall genutzt. Wirft man aber einen Blick in die Mitte des spiralförmigen Treppenhauses, kann man klar eine Herzform erkennen. Gefunden hat sie unser Leser Eberhard Philipp Heck in der Universität der Künste. Da das Gebäude hauptsächlich durch Aufzüge erschlossen ist, vermutet er, dass sie viele Studierende noch nicht kennen.
Lietzenburger Straße 45, 10789 Berlin
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