Die Feuerwehr unterscheidet zwei Arten von Hochhäusern, je nachdem, ob sie vor oder nach 2008 gebaut wurden. 2008 trat die „Muster-Richtlinie über den Bau und Betrieb von Hochhäusern“ in Kraft. Sie legt die Brandschutz-Anforderungen fest.
In Berlin gibt es Hunderte Hochhäuser mit unzähligen Bewohnern.
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So müssen nahezu alle Bauteile von Hochhäusern (tragende und raumabschließende Außenwände, Dächer sowie Bodenbeläge, Bekleidungen, Putze und Einbauten in Rettungswegen) aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen. Ab einer Höhe von 60 Metern muss die Feuerwiderstandsfähigkeit tragender Bauteile zudem 120 Minuten betragen.
Weil eine Rettung über Drehleitern nur bis zum fünften Stock möglich ist, ist ein ausgeklügeltes Fluchtwegsystem vorgeschrieben. Es müssen zwei voneinander unabhängige Fluchtwege sowie ein Sicherheitstreppenraum vorhanden sein.
Damit Flucht- und Rettungswege rauchfrei bleiben, müssen Druckbelüftungsanlagen installiert sein. Mit Ventilatoren werden dabei Druckdifferenzen zwischen zwei Räumen erzeugt, so dass Räume rauchfrei gehalten werden können.
Auch spezielle Feuerwehraufzüge sind Vorschrift. Diese müssen in eigenen, feuerfesten Fahrschächten verlaufen.
Brandmeldeanlagen mit automatischer Alarmweiterleitung sowie Sprinkleranlagen sind in neuen Berliner Hochhäusern ebenfalls Pflicht.
Hunderte Berliner Hochhäuser wurden jedoch in den 70er- und 80er-Jahren gebaut, nach den damals geltenden Brandschutzvorschriften. Diese waren weniger streng. Zahllose dieser Häuser stehen etwa in Marzahn-Hellersdorf, der Gropiusstadt in Neukölln oder im Märkischen Viertel. In einigen liegen zum Beispiel Fußbodenbeläge, die beim Brand giftige Dämpfe entwickeln.
Auch wenn viele Häuser inzwischen saniert wurden: Oft fehlen Brandmeldeanlage und Sprinkler. Auch einen Feuerwehraufzug gibt es nicht, sodass sich die Retter den Weg über die Treppen bahnen müssen. „Beim Brand in einem Hochhaus schicken wir generell mehr Kräfte“, sagt ein Feuerwehrsprecher. So sei ein Löschfahrzeug mit sechs Mann eigens dafür nötig, die Steigleitungen zu überprüfen. Denn mitunter passiere es, dass Bewohner ein Ventil geöffnet haben, so dass plötzlich in einem Stockwerk Wasser aus der Steigleitung schießt, wenn sie unter Druck gesetzt wird.
Ob ein Inferno wie in London auch in Berlin möglich ist, ist laut einem ranghohen Feuerwehrmann „nicht auszuschließen, aber schwer vorstellbar“. Immerhin sind Berlins Hochhäuser nicht mit Polystyrol gedämmt, wie wahrscheinlich jenes Brandhaus in London.
Ein verheerendes Feuer hatte es 2005 an der Treskowstraße in Pankow gegeben. Damals brannte die Polystyrolfassade eines Fünfgeschossers. Zwei Bewohnerinnen starben.
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