Vedad Ibisevic blickt nach vorn

Hertha-Stürmer: Fußballrente ist doch was für Oldies

Warum der Vedator für Hertha BSC keine lockere Saison erwartet.

Wolfgang Heise
Lesezeit 3 Min
Vedad Ibisevic quält sich derzeit im Trainingslager in Schladming. Aber er hat noch lange nicht genug vom Fußball ...

Vedad Ibisevic quält sich derzeit im Trainingslager in Schladming. Aber er hat noch lange nicht genug vom Fußball ...

© City-Press GbR

 Das teaminterne Trainingsspiel, das Mittwoch wegen Gewitters abgebrochen werden musste, wurde gestern Vormittag fortgesetzt. 1:0 siegte die A-Elf, Torschütze war Ibisevic, wer sonst?

Anderthalb Stunden später sitzt er im Mannschaftshotels Falkensteiner und scherzt mit gespielter Ahnungslosigkeit: „Habe ich heute das Spiel entschieden?“

Es sind die kurzen Momente, bei denen der Bosnier zeigt, dass er weiß, wie wichtig er für Hertha ist. Aber er sich deswegen nicht in den Mittelpunkt stellen will.

„Ich gebe hier Gas wie alle  Jungs auch, um das Beste daraus zu machen. So ein Tor ist schön, aber das Wichtige beginnt doch erst noch.“

Selke fehlt bis November

Die Saison wird für den Routinier eine riesige Herausforderung, um körperlich mitzuhalten. „Ja, es wird nicht leichter, aber auch nicht viel schwerer. Ich bin zufrieden mit meinem Zustand. Klar ist so eine Vorbereitung nicht einfach. Aber alle anderen Spieler leiden doch auch. Das gibt mir Selbstvertrauen.“

Muss er auch haben. Denn Stürmer-Kollege Davie Selke fällt mindestens bis November nach seiner Lungen-OP aus.

Dazu hat sich Hertha diesen Sommer bisher nicht mit gestandenen Erstliga-Profis wie andere Klubs verstärkt. Ibisevic sagt es mit viel Realitätssinn: „Die Saison wird nicht einfacher als letztes Jahr. Es wird eine knallharte Saison.“

Karriereende keine Option

Trotzdem verspürt Ibisevic noch immer dieses Feuer, diesen Torhunger. Obwohl sein Vertrag bei Hertha im Sommer 2019 ausläuft, ist für ihn das Karriereende keine Option.

Ibisevic: „Ich sage nicht, dass es meine letzte Saison ist. Ich fühle mich sehr gut und möchte weiter spielen. Aber die Saison ist lang und vielleicht werde ich in ein paar Monaten anders denken.“

Der Körper muss am Ende entscheiden, ob er noch mithalten kann. 

Die USA wäre reizvoll

Wenn ja, kommt die nächste Frage: Bleibt er bei Hertha oder wechselt er noch mal ins Ausland? In den USA würde er gerne noch mal spielen.

„Da gibt es bisher keine Präferenzen. Ich möchte dieses Jahr in der Bundesliga genießen und dann schauen, was auf mich zukommt.

Danach ist alles möglich. Klar ist: Nach meiner aktiven Laufbahn will ich weiter im Fußball arbeiten“, erklärt der Stürmer. Noch ist es aber lange nicht so weit. Schlusswort Vedad Ibisevic: „Ich muss jetzt erst mal weiterhin laufen und Tore schießen.“

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema