Zerstörungswut in Hellersdorf

Auf dieser Parkbank sitzt der Amtsschimmel

Die Behörde glaubt, hier nichts tun zu müssen.

Alexander Schmalz
Lesezeit 2 Min
Zwei Holzlatten als Sitzfläche und sonst nichts: Für den Bezirk ist das eine heile und einwandfreie Parkbank.

Zwei Holzlatten als Sitzfläche und sonst nichts: Für den Bezirk ist das eine heile und einwandfreie Parkbank.

© Dennis Gustke

Die Sitzplätze in einer der Grünanlagen an der Riesaer Straße in Hellersdorf waren einst heiß begehrt. In dem Park hinter der Straßenbahnwendeschleife machten es sich früher Rentner gemütlich. Für einige Straßenbahn-Fans war es ein Vergnügen, den Schienenverkehr zu beobachten. Doch diese Leidenschaft wurde ihnen genommen – von zerstörungswütigen Randalierern und einer überforderten Behörde.

Beschmierte Mülleimer und kaputte Parkbänke sind seit Langem ein Problem an der Riesaer Straße in Hellersdorf.

Beschmierte Mülleimer und kaputte Parkbänke sind seit Langem ein Problem an der Riesaer Straße in Hellersdorf.

© Dennis Gustke

Dennis Gustke hat sich dem Problem mit den Parkbänken angenommen. Der Busfahrer der Linie 395 sagt zum Berliner KURIER: „Ich verbringe meine Pausen im ekligsten Park in ganz Marzahn-Hellersdorf.“ Das Problem sei seit einem Jahr bekannt, schimpft der 28-Jährige. Die Parkbänke und Mülleimer sind mit Graffiti beschmiert und teilweise so beschädigt worden, dass sie nicht mehr nutzbar sind. 

„Mehrere Beschwerden über die Ordnungsamt-App führten zu keiner Besserung“, erklärt der frustrierte Busfahrer. Der 28-Jährige hatte den Bezirk bereits 2017 auf die Zerstörungen aufmerksam gemacht. Als keine Reaktion kam, schickte er eine schriftliche Beschwerde ans Ordnungsamt, das sein Anliegen an das zuständige Straßen- und Grünflächenamt weiterleitete. Was dann kam, ist verblüffend und beschämend zugleich.

„Die Mitarbeiter im Amt haben keine Lust"

Trotz der eindeutigen Beweisfotos, die dem KURIER vorliegen, heißt es: „der Papierkorb ist trotz Farbe benutzbar und die Bänke sind auch nutzbar.“ Für Dennis Gustke ist diese realitätsferne Antwort wie ein Schlag ins Gesicht. Er sagt, er wollte lediglich helfen, dass der Bezirk seinen Aufgaben in den öffentlichen Grünanlagen nachkommt. 

„Aber die Mitarbeiter im Amt haben keine Lust. Die betroffenen Grünanlagen liegen halt am Stadtrand und da fährt so schnell keiner raus“, vermutet der Busfahrer. Der Bezirk äußerte sich auf KURIER-Anfrage nicht über die Gründe der fehlerhaften Einschätzung. Johannes Martin, Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen räumte aber ein, sich um das Problem kümmern zu wollen.   

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