Wien - Zwei Flugzeuge stehen nur wenige Meter voneinander entfernt auf einem abgelegenen Teil des Wiener Flughafens Schwechat. Das eine ist soeben aus New York, das andere aus Moskau eingeflogen. Menschen verlassen die Jets über eine überdachte Gangway, steigen in einen schwarzen Van, der zwischen den Flugzeugen pendelt.Klingt wie eine Episode aus dem Kalten Krieg? Es war das heiße Ende eines russisch-amerikanischen Agenten-Krimis, eine Episode wie aus einem "James Bond"-Streifen. Und ganz nebenbei der spektakulärste Agentenaustausch seit den 80er Jahren. Hauptdarstellerin war die attraktive, 28-jährige Spionin Anna Chapman (genannt: "00Sex"), die sich vor einem US-Bundesgericht in New York der Verschwörung für schuldig bekannt hatte.Ebenfalls beteiligt:Sergej Skripal, als Militärexperte einst im Dienste der russischen Armee. 2006 wurde er zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, er soll für Großbritannien spioniert haben.Igor Sutjagin, ein Waffenexperte. Er wurde 2004 zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, er soll Geheimunterlagen zur russischen Raketenabwehr und Atom-U-Booten über eine CIA-Tarnfirma in Großbritannien an die USA weitergegeben haben.Alexander Saporoschski und Gennadi Wasilenko. Ersterer war früher ein russischer Geheimdienstmitarbeiter. Über den anderen ist wenig bekannt. Insgesamt 14 Agenten wurden zwischen beiden Großmächten ausgetauscht.Gegen 10.30 Uhr verließ das russische Flugzeug die österreichische Hauptstadt wieder, offenbar mit den zehn russischen Spionen an Bord. Ziel: Moskau. Rund 15 Minuten später startete die US-Maschine.Der russische Spionagering war Ende Juni in den USA aufgedeckt worden. Die Affäre hatte die Beziehungen zwischen beiden Staaten belastet. Aus dem Kreml hieß es nun, der Austausch sei aufgrund "des großen Vertrauens" zwischen dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew und seinem US-Kollegen Barack Obama möglich gewesen.------------------------------Zurück nach RusslandBU: Cynthia Murphy gehörte auch zum Agenten-Ring, der in den USA aufflog.BU: Christopher Robert Metsos wurde auf der Flucht in Zypern erwischt.------------------------------Zurück nach AmerikaBU: Steven Hurst hatte als Reporter getarnt in Moskau gearbeitet.------------------------------
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