Der Fall hatte vor anderthalb Jahren bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und auch international Wellen geschlagen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sprach sogar von Vertuschung durch deutsche Behörden.
Vergewaltigung erfunden
Im Januar 2016 war die 13-jährige Lisa aus Berlin-Marzahn auf dem Weg zur Schule verschwunden. Noch am Abend klebte die Familie des Kindes Suchplakate. Als das Mädchen nach fast drei Tagen wieder bei seiner Familie auftauchte, sprach es von Entführung und Vergewaltigung. Im Internet kursierten Gerüchte, dass das Kind von Migranten vergewaltigt worden sei. Es gab Demonstrationen von zahlreichen Russlanddeutschen sowie von NPD und Pegida-Anhängern.
Obwohl die Polizei schnell herausfand, dass an der Geschichte nichts stimmte und die Gerüchte über eine Vergewaltigung immer wieder dementierte, wurden die Proteste stärker. Lisa gab schließlich zu, sie habe Schulprobleme gehabt und sei deswegen bei einem 19-jährigen Freund untergetaucht.
Einvernehmlicher Sex
Bei ihren Ermittlungen stießen die Fahnder auch auf Ismet S.. Er hatte mit Lisa sexuellen Kontakt gehabt und dies mit einem Handy gefilmt, obwohl er gewusst hatte, dass das Mädchen erst 13 Jahre alt war. Zwar habe es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt. Doch weil Lisa noch keine 14 Jahre alt war, macht sich ein Erwachsener dadurch strafbar. (Red./dpa)
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