Immer wieder fragte die Opposition bei Henkel nach: „Stimmt es, dass das LKA nach Thüringen gereist ist, um einen rechtsextremen V-Mann von der Aussage vor dem Berliner NSU-Untersuchungsausschuss abzuhalten.“ Das Resultat: Eine gegenseitige Beschimpfungsorgie.
Worum aber geht’s? Von vorn: Der gewaltbereite Neonazi Carsten S. wird vom Verfassungsschutz unter dem Decknamen „Piato“ geführt. Die Behörde warb den Königs Wusterhausener im Gefängnis an, in dem er wegen eines Mordversuches an einem Nigerianer saß.
Rechts im Bild: Carsten S. im Kreis von bekannten Neonazis.
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Der Neonazi und V-Mann Carsten S. bringt...
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...Innensenator Frank Henkel (CDU) in Bedrängnis.
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1998, sieben Monate nachdem das NSU-Trio im Untergrund abgetaucht war, lieferte „Piato“ seinen Verbindungsmännern heiße Spuren. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wollten mit gefälschten Pässen nach Südafrika verschwinden, diktierte S. den Beamten. Außerdem „befürchtete“ er einen unmittelbar bevorstehenden Banküberfall. Beides war falsch. Die beiden Uwes sahen nie das Kap der Guten Hoffnung und ihr nächster Raub sollte erst ein Jahr später stattfinden.
Trotzdem blieb „Piato“ eine gute Quelle für den Verfassungsschutz. So gut, dass Berliner Ermittler seine Identität offenbar „auf ,Teufel komm raus’ schützen wollten“. Laut dem angeblichen Nazi-Aussteiger Nick Greger sollen zwei LKA-Beamte in ihren Akten „Piatos“ Echtnamen geschwärzt haben. Angeblich um ihn selbst zu schützen und eine Vorladung in den Untersuchungsausschuss zu verhindern.
Die Opposition tobte. Vor allem, weil Henkel und Polizeipräsident Klaus Kandt mauerten und sich in ihren Aussagen wie Aale wandten. Vor allem Clara Herrmann von den Grünen war außer sich: „Das ist eine erneute Bombe, die hier geplatzt ist.“ Am Donnerstag will Kandt mehr Infos rausrücken.
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