Berlins älteste Fähre, die F11.
© Sabine Gudath
Eigentlich sollte das ewige Hin und Her ein Ende haben – das hatten auch die Anwohner von Wilhelmstrand gehofft. Doch nun wurde die Entscheidung über den Fortbestand der Fähre F11 zwischen Wilhelmstrand und Plänterwald erneut vertagt. Der Berliner SPD-Abgeordnete Lars Düsterhöft wollte heute mit Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner über das Kult-Schiff sprechen, doch der Termin wurde abgesagt – weil Kirchner erkrankte, heißt es. „Es muss eine Lösung her“, sagte Düsterhöft dem KURIER. „Und die Entscheidung muss zeitnah getroffen werden.“
„Schluss mit den schönen Worten“
Düsterhöft setzt sich, gemeinsam mit der Bürgerplattform „So! Mit uns“, für den Fortbestand der Fähre ein. Das Problem: Laut Senat ist das Schiff nicht mehr rentabel – und unnütz, seit es die neue Minna-Todenhagen-Brücke gibt (der KURIER berichtete). „Ich kann nicht verstehen, wie man überhaupt auf so eine Idee kommen kann“, sagt Düsterhöft. Viele Touristen fahren damit – und die älteren Anwohner sind darauf angewiesen. Zudem ist die Fähre solarbetrieben, passt deshalb gut zum Mobilitätsgesetz.
Der SPD-Abgeordnete fordert nun eine Entscheidung. „Ich hoffe sehr, dass sich Herr Kirchner an seine Zusage vom vergangenen Jahr erinnert. Damals hieß es: Sind die Fahrgastzahlen gut, darf das Schiff weiterfahren.“ Nachdem von Januar bis heute über 60.000 Menschen damit fuhren, müsse man Farbe bekennen. Düsterhöft: „Schluss mit den schönen Worten. Die F11 ist nicht nur für den Tourismus wichtig, sondern auch für die Identität der Menschen vor Ort.“
Der KURIER traf bei einem Besuch am Anleger noch einmal Menschen, die seit Jahrzehnten in Wilhelmstrand leben, die die Fähre noch aus ihrer Kindheit kennen – und sie brauchen, um hier zu überleben. Sie schicken Kirchner Genesungswünsche, verbunden mit einer Bitte: „Retten Sie endlich unsere Fähre!“
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