Beckers Auftritt im Nobelhotel am Scharmützelsee will so gar nicht zur vermeintlichen Glitzerwelt passen. Höflich, fast schüchtern gibt er jedem Pressevertreter die Hand, ehe er Platz nimmt. Er scheint schier überwältigt über die acht anwesenden Journalisten. Eine Zahl, die die Eisernen so auch noch nicht hatten in einer Sommervorbereitung. „Das habe ich in Holland so noch nie erlebt“, meint der 24 Jahre alte Flügelflitzer, der aus der großen Fußballschule von Ajax Amsterdam stammt.
Lieber Köpenick als Westen
Erstaunlich leise auch seine Stimme. Laut wird sie nur, wenn er auf seine Familie zu sprechen kommt. Herthas Jeffrey Dilrosun ist sein Cousin. „Wir sind zusammen aufgewachsen, habe auf der Straße immer Fußball gespielt“, berichtet Becker. Am liebsten hätte es sein Vetter gehabt, wenn sie beide in der gleichen Straße wohnen würden. „Doch das ist mir ein bisschen zu weit von Union entfernt. Ich will näher am Stadion und am Klub dran sein“, erklärt Becker, der derzeit im Pentahotel in Köpenick logiert, wenn er nicht gerade mit Union auf Reisen ist. Ein Häuschen mit Garten möchte er schnell finden, damit Kelly & Co. nachkommen können. „In der Vorbereitung macht das keinen großen Sinn.“
Trainieren für den Bundesliga-Traum: Becker gibt in Bad Saarow Vollgas.
© Bongarts/Getty Images
Früh bemühte sich Union um ihn. Aber Becker wollte erst nach der Saison über seine Zukunft entscheiden. Der Aufstieg der Köpenicker erleichterte dem aus einer surinamischen Einwandererfamilie stammende Becker die Entscheidung. „Ich hätte auch nach England, Frankreich oder Italien gehen können. Die Bundesliga ist das Größte neben der englischen Premier League. Da wollte ich gerne hin“, verrät der Neu-Unioner, der ablösefrei kam und mit einen Vierjahresvertrag ausgestattet wurde.
Schnell Deutsch lernen
Man kann davon ausgehen, dass die Eisernen Chancen wittern, irgendwann auf dem Transfermarkt einen gehörigen Reibach mit Becker zu machen.
Becker verspricht: „Ich will alles versuchen, damit wir die Klasse halten.“ Dazu gehört schnell Deutsch zu lernen, wie er mit breiten Lächeln erklärt: „Ich verstehe schon einiges, wenn ich Nachrichten lese. Aber mit dem Hören ist es schwer. Auch wenn manche Worte auf Holländisch und Deutsch ähnlich sind.“
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com