Berlin - Torsten Mattuschka steht am Elfmeterpunkt. Die Uhr zeigt die 87. Minute an. Es steht 3:3 im Abstiegskrimi zwischen den Zweitligisten 1. FC Union und Osnabrück. Unions Kapitän schaut zum Schiedsrichter. Läuft an. Und semmelt den Ball über die Latte. Mattuschka schlägt die Hände vor das Gesicht. Niedergeschlagenheit. Das Ende des Elfer-Schützen Mattuschka? Denkste! Tusche: "Nächstes Mal schnappe ich mir den Ball wieder und haue ihn rein."Natürlich hat Tusche mitbekommen, wie die Anhänger ihn aufbauten: "Das ist natürlich super, wenn die Fans trotzdem das Lied singen, obwohl ich gerade den Elfmeter verballert habe."Verärgert ist der Kapitän trotzdem. Über sich. Gerade diese Spiele gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt will Union gewinnen. Den entscheidenden Schuss für den Sieg hat er auf dem Fuß.Mattuschka weiß es: "Ich kann das i-Tüpfelchen setzen. Das kotzt mich selbst am meisten an. Davor habe ich alle reingemacht. Das ist total ärgerlich."Tatsächlich liegt Tusches letzter Fehlschuss lange zurück. Am 28. Juli 2007 bei der 0:1-Heimniederlage gegen Düsseldorf. Auch ein Handelfmeter. Ebenfalls kurz vor Schluss.Uwe Neuhaus nimmt die Ankündigung seines Kapitäns gelassen: "Wenn er sich stark fühlt, dann soll er schießen." Und schiebt noch einen Rat hinterher: "Er muss für sich einen Plan haben und nichts ausprobieren. Mit seiner unglaublich guten Schusstechnik muss er zwei Varianten bereit halten. Da muss er auf seine Stärken vertrauen und die dann in dem Moment abrufen."Damit die Fans nach dem nächsten Elfer wieder jubeln können. Vielleicht schon am nächsten Wochenende in Duisburg.------------------------------BU: Aufmunterung von Kolk und Benyamina
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