Unions Holland-Import: Der Ball ist sein Freund, die Zweite Liga noch lange nicht

Santi Kolk Wann wird der Künstler zum Kämpfer?

Mathias Bunkus
Lesezeit 2 Min

Berlin - Es gibt so Tage: Erst hat man kein Glück, dann kommt auch noch Pech hinzu. Für Unions Santi Kolk war der 24. Spieltag so ein Tag. Bei der 0:1-Heimpleite gegen 1860 München lief wenig bis nichts für den Künstler der Eisernen.Was immer der 29-jährige Holländer versuchte, es misslang. Wenn er in die Lücken startete, wurde er von seinen Mitspielern übersehen. Der Abschluss kurz nach Wiederbeginn segelte über den Querbalken. Und als er kurz vor dem Abpfiff doch mal in aussichtsreicher Position im Löwen-Strafraum war, verhinderte ein Platzfehler den Vollzug.Mühsam konnte Kolk die Kugel noch zu einem Kollegen durchstochern. Mehr aber auch nicht. Seine ganze Körpersprache war ein einziges Ausrufezeichen des Missmutes!Es war nicht der Tag des Filigrantechnikers, von dem sie intern sagen, er wisse gar nicht, wie gut er wirklich sei. Zu sehr verlasse er sich auf sein Talent, vergesse darüber bisweilen das Arbeiten!"Ich weiß, dass ich kein so guter Zweikämpfer bin. Ich bin mehr Spieler als Kämpfer. Aber ich gebe mir Mühe, auch das Kämpfen zu schaffen, ohne das Fußballspielen zu vergessen", hatte Kolk jüngst zugegeben. Nicht wenige glauben, dass er mit seinem Spielverständnis sogar eine Liga weiter oben bestehen könnte.Vier Mal in Folge stand der Holländer zuletzt in der Startelf. Das Formbarometer wies nach oben. Bis zu diesem Wochenende. Gegen die Löwen trieb seine Art der Ballmitnahme die Beobachter ein ums andere Mal zur Verzweiflung.Auffallend lässig wirkte das alles. Ein Künstler eben, der eine feine Klinge schlagen will. Doch gegen die Löwen waren andere Tugenden gefragt. Eben Malochertugenden, die typisch für die Zweite Liga sind.Niemand weiß das besser als Kolk. Und er will daran arbeiten. Ohne aber seinen Stil zu vernachlässigen. Denn mit dem hat er schon vier Treffer erzielt. Womit er nach Karim Benyamina (5) Unions zweitbester Torschütze ist.------------------------------BU: An guten Tagen ist Santi Kolk für seine Gegenspieler ganz schwer zu halten. Das muss er jetzt dauerhaft zeigen.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema