Mit Volldampf geht es zum Dreier gegen Fürth. Sportlich erfolgreich soll die Antwort ausfallen auf die miesen Schlagzeilen dieser Woche. Auf die Stasi-Diskussion um Dirk Zingler (beim August-Fantreffen will der Präsident den Anhängern Rede und Antwort zu seiner Armee-Dienstzeit beim Wachregiment Feliks Dzierzynski stehen) und die Pinkel-Affäre von Torhüter Marcel Höttecke. Vor 14.000 Fans will Union das Kämpfer-Herz zeigen.
Leicht wird es nicht, auch wenn Fürth sein erstes Spiel (2:3 gegen Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt) vergeigt hat. „Sie haben quirlige und schnelle Spieler, die uns das Leben schwer machen können“, weiß Trainer Uwe Neuhaus.
Uwe Neuhaus und sein Luxusproblem: Die Union-Stars drängen wieder zurück ins Team...
© dapd Lizenz
Torsten Mattuschka
© City-Press GbR Lizenz
John Jairo Mosquera
© City-Press Lizenz
Michael Parensen: 318 Fans
© City-Press GbR Lizenz
Er kann mittlerweile wieder aus dem Vollen schöpfen. Sogar Torsten Mattuschka meldete sich nach überstandener Kreuzbanddehnung wieder fit und bestritt seit Donnerstag drei Trainingseinheiten mit der Mannschaft. Noch aber ist Neuhaus unsicher, wie er den Kapitän einsetzen soll: „Ich muss abwarten, wie er die Belastung verkraftet. Eine Entscheidung wird erst kurz vor dem Anpfiff fallen.“
Der Kapitän hätte kein Problem damit, vorerst auf der Bank zu sitzen. „Mit dem Trainer werde ich besprechen, wie ich der Mannschaft am besten helfen kann“, so Tusche nach dreiwöchiger Pause.
„Das können auch die letzten 20 oder 30 Minuten sein.“ Eines aber soll am Ende stehen: ein Heimsieg gegen den Skandal-Frust.
Am größten war das Bedauern bei Unions Rekordtorjäger Karim Benyamina (87 Pflichtspieltreffer), dem die eisernen Bosse einen Wechsel aufdrängten. Der 29-Jährige kam beim Liga-Konkurrenten FSV Frankfurt unter. Womit er – neben Aufsteiger Dominic Peitz – der Einzige ist, der das Niveau halten konnte.
© City-Press Lizenz
Dass Santi Kolk durch seine Flucht zu NAC Breda den Gehaltsetat für geschätzte 22 000 Euro im Monat entlastet, ist ja hinlänglich bekannt. Sollte Breda ihn behalten wollen, bekäme Union im Sommer 2012 sogar eine Ablösesumme. Falls man selber den Klassenerhalt schafft.
© City-Press Lizenz
Björn Brunnemann ist derzeit arbeitslos. Kein Zweitligist wollte die rund 18.000 Euro Gehalt für einen stark verletzungsanfälligen Kicker berappen. In der Liga drunter gibt es deutlich weniger zu verdienen. Ergo muss der 30-Jährige deutliche Abstriche machen. Oder darauf hoffen, dass ein in Panik geratender Klub bis zum 31. August (Ende der Transferperiode) zuschlägt.
© City-Press Lizenz
Auch ohne Beschäftigung ist Macchambes Younga-Mouhani. Der mittlerweile 37-Jährige absolvierte zwar ein Probetraining bei Eintracht Trier. Aber der Regionalligist hatten nicht die Mittel, ihn zu verpflichten. Abwarten heißt die Devise für den vierfachen Familienvater.
© City-Press Lizenz
Diesem quälenden Prozess konnte zumindest Bernd Rauw entgehen. Erfurts Trainer Stefan Emmerling stand aus gemeinsamen Zeiten in Emden auf den sympathischen Belgier. Rauw soll jetzt den Abwehrchef bei den Thüringern geben.
© City-Press Lizenz
Kenan Sahin wechselte ins Ausland, verdingte sich beim türkischen Zweitligisten Denizlispor.
© City-Press Lizenz
Am besten hat es wohl noch Dominic Peitz getroffen. Für mindestens 12 Monate darf er beim FC Augsburg Bundesligaluft schnuppern. Und bislang sieht es so aus, als könnte er wirklichen einen Platz in der Startelf der Fuggerstädter erkämpfen. Zu gönnen wäre es dem 1,96 großen Mittelfeldspieler, der wie kaum ein Zweiter für ehrliche Arbeit bei den Eisernen gestanden hatte.
© imago Lizenz
Nicht alle hatten das Glück, weiterhin in Deutschland tätig sein zu dürfen. Paul Thomik wechselte zurück in seine Geburtsstadt Zabrze. Bei Gornik will er zusammen mit dem Ex-Unioner Michael Bemben (schon eine Saison da) über die rechte Seite so viel Druck machen, dass der polnische Erstligist diesmal nicht wie in der Vorsaison knapp an der Europa-League-Quali vorbeirutscht.
© City-Press Lizenz
Ersatz-Keeper Christoph Haker kam bei Regionalligist BAK unter. Die Weddinger werden langsam zum Sammelbecken von Alt-Unionern. Ronny Nikol spielt dort, der Trainer heißt Jens Härtel.
© City-Press Lizenz
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com