Tick, tack, tick, tack! Der Abstiegskrimi geht in die Schlussphase. Wo steht der 1. FC Union Sonnabend nach dem Heimspiel gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr) in der Bundesliga-Abschlusstabelle – Platz 14, 15 (Rettung), 16 (Relegation) oder 17 (Abstieg)? Alles ist möglich. Die Köpfe, die Nerven der eisernen Profis entscheiden. Und genau da setzt Interimstrainer Marco Grote (51) an. Er redet die Spieler stark und geht mit Selbstbewusstsein voran.
„Abstiegskampf war letzte Woche auch und ist es jetzt auch. Es hat sich nichts geändert. Angst? Ich habe keine. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass das bei den Spielern so ist. Für mich persönlich hat sich nichts geändert. Meine Zuversicht hat sich nicht geändert“, sagt Grote entschlossen.
Der U19-Trainer glaubt an seine Rettungsmission und sagt: „Das ist alles in Ordnung, das kann man auch als Durchhalteparolen interpretieren. Aber ich habe ein enormes Vertrauen in diese Spieler und in uns alle zusammen. Ich habe nach wie vor Spaß an dieser Geschichte und der gehört zum Fußball dazu – auch bei allem Druck. Natürlich wird der da sein.“
Grote: „Angst? Ich habe keine!“
Und der Druck ist nach dem fatalen 2:3 beim 1. FC Köln größer geworden. Der Sieg wurde in den letzten zehn Minuten verschenkt. Die Enttäuschung war riesig nach dem Schlusspfiff, die Aufarbeitung folgte in dieser Woche mit einer Analyse und mit vielen Dialogen in der Kabine und im Trainerzimmer. Grote: „Ja, es ist ein ständiger Prozess. Es gab etwas aufzubereiten – auch mental. Kommunikation hilft immer, sie ist ein wichtiger Faktor. Über Gespräche wollen wir uns wieder das Selbstvertrauen holen, um ein Stück weit freier zu werden.“
Auch eine Sportpsychologin ist mit an Bord und gibt Hinweise für den Coach. Dennoch weiß Grote: „Wenn es um den Kopf geht: Du legst alle auf die Couch und dann funktioniert das irgendwie. Damit ist es nicht getan. Es hat etwas mit Glauben und Selbstvertrauen zu tun. Es sind gute Spieler. Es geht darum, ihnen den Glauben zu geben. Ich glaube an jeden einzelnen Spieler. Ich glaube an den Zusammenhalt in der Gruppe. Den Glauben und die Überzeugung sehe ich und spüre ich.“
„Försterei wird uns beflügeln“
Beim vergangenen Heimspiel wirkten die Spieler vor den eigen Fans gehemmt und man verlor gegen den direkten Konkurrenten Bochum nach einer desaströsen ersten Halbzeit 3:4. Da war noch Nenad Bjelica Coach der Eisernen. Jetzt ist es Grote und er ist davon überzeugt: „Die Försterei wird uns beflügeln.“
Vielleicht auch die Zwischenstände der direkten Abstiegskonkurrenten Köln (in Heidenheim), Mainz (in Wolfsburg) und Bochum (in Bremen). Doch Grote warnt davor: „Ich kann das nicht beeinflussen. Die Ergebnisse dort werden erst mal keine Rolle spielen. Wir konzentrieren uns auf unser Spiel.“
Diesmal aber bis zum Schlusspfiff. Grotes sanfte Mahnung an die Profis: „Wir werden Samstag dann bis zur 95. Minute den letzten Funken an den Tag legen. Das Spiel ist nicht nach 85 Minuten zu Ende.“ ■
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