Union-Stürmer Sebastian Polter

2013 wäre er fast beim BVB gelandet

Jürgen Klopp wollte ihn einst holen. „War eine Nummer zu groß“

Berger Patrick RICHTIG
Lesezeit 3 Min
Am 31. Oktober 2018 rettete Sebastian Polter Union im Pokal beim BVB mit zwei Treffern in die Verlängerung.

Am 31. Oktober 2018 rettete Sebastian Polter Union im Pokal beim BVB mit zwei Treffern in die Verlängerung.

© imago/DeFodi

Bereits im Frühjahr 2012 baggerte der BVB an Polter. Der damals 21-Jährige Stürmer lief seinerzeit für den VfL Wolfsburg auf, ließ sich aufgrund mangelnder Spielpraxis (nur zwölf Spiele, zwei Tore) aber zunächst nach Nürnberg verleihen. Unter Trainer Dieter Hecking blühte Polter auf, schoss in 27 Bundesligaspielen fünf Tore – und weckte damit das erneute Interesse des BVB, die einen Ersatz für Robert Lewandowski suchten. Doch nicht nur der damalige Trainer Jürgen Klopp (52/Liverpool), sondern auch Mainz-Coach Thomas Tuchel (46/PSG) wollten Polter 2013 haben.

Polter entschied sich damals für Tuchel statt Klopp

„Es war nicht nur ein Gerücht“, bestätigt Polter gegenüber dem KURIER, „damals hatten beide Vereine starkes Interesse an mir. Ich hatte gute Gespräche mit Tuchel geführt und mich dann für Mainz entschieden. Dortmund wäre damals einfach eine Nummer zu groß für mich gewesen.“ Der BVB gewann schließlich 2011 und 2012 die Meisterschaft. „Die Entscheidung“, sagt Polter rückblickend, „war okay so.“

Von Mainz wechselte der 1,92-Meter-Hüne dann 2014 zu Union. Mit den Eisernen trifft Polter nun am Sonnabend im dritten Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte auf eben jenen BVB. Polter weiß: „Es gab da diese beiden Spiele im Pokal. Wir haben in der Geschichte noch nicht nach 90 Minuten gegen Dortmund verloren.“

Stimmt: 2016 (1:1 nach regulärer Spielzeit) und 2018 (2:2) spielte Union in der zweiten DFB-Pokalrunde in Dortmund, schied erst im Elfmeterschießen respektive nach der Verlängerung aus. Polter, der bei der 2:3-Niederlage im vergangenen Jahr sogar doppelt traf: „Wir haben positive Erinnerungen an Dortmund und immer starke Spiele gemacht. Wir haben in zwei Spielen bewiesen, dass wir es können. Wieso sollte es nicht diesmal wieder klappen?“

Was es dazu braucht? Polter weiß: „Wir dürfen sie nicht mit Fehlern einladen, dann haben wir keine Chance. Wir müssen aktiv, mutig, eklig sein, vorne draufgehen. Wenn wir uns hinten reinstellen und den Bus vorm Tor parken, wird sich irgendwann die individuelle Klasse des BVB durchsetzen.“

Polter, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, hat zurzeit keinen leichten Stand. Auch am Sonnabend wird er zunächst wohl nur auf der Bank sitzen – wie gegen Augsburg, als er den Treffer zum 1:1-Endstand durch Sebastian Andersson vorlegte.

Er jubelte, als hätte er selbst genetzt. Sebastian Polter bereitete in Augsburg das 1:1 vor. 

Er jubelte, als hätte er selbst genetzt. Sebastian Polter bereitete in Augsburg das 1:1 vor. 

© Matthias Koch

„Ich habe schon über 50 Bundesligaspiele auf dem Buckel und die nötige Erfahrung – jetzt kam ich zwei Mal von der Bank, damit muss man als Fußballer kurzzeitig auch umgehen können. Ich will aber alles dafür tun, Stürmer Nummer eins zu werden. Dazu muss ich die Spielzeit, die ich bekomme, effizient nutzen.“ Und weiter: „Ich habe noch ein Jahr Vertrag. Ich habe keine Sekunde daran gedacht, den Verein zu verlassen. Ich wollte immer Bundesliga mit Union spielen – genau das habe ich jetzt. Druck mache ich mir da aber nicht. Ich weiß, dass ich in dieser Saison noch wichtig sein werde!“

Trainer Urs Fischer (53) sagt dazu auf KURIER-Nachfrage: „Sebastian war immer enorm wichtig für uns, das hat man auch im letzten Spiel wieder gesehen. Er hat gezeigt, dass er bereit ist.“

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