Union-Kolumne

Abstieg? Können die Eisernen gar nicht!

Experte Andreas Baingo schreibt jeden Mittwoch über seinen Herzens-Klub.

Andreas Baingo
Lesezeit 3 Min
Jubelnde Unioner wie nach der Relegation gegen Stuttgart wird es auch in der neuen Saison in der Alten Försterei geben.

Jubelnde Unioner wie nach der Relegation gegen Stuttgart wird es auch in der neuen Saison in der Alten Försterei geben.

© imago images / Sportfoto Rudel

Man darf durchaus ein klein wenig frech sein, selbst als ein in dieser Liga unbefleckter und unbeleckter Frischling. Also: Was hat der 1. FC Union gemeinsam mit, sagen wir, dem FC Augsburg? Oder, besser, dem VfL Wolfsburg? Um vielleicht noch ein wenig mehr auf den Putz zu hauen, mit der TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen? Obwohl das in Köpenick nicht unbedingt jeder wahrnehmen möchte, auch mit RB Leipzig? Unerschrocken wie sie nun mal sind in der Alten Försterei und um gleich das ganz große Besteck rauszuholen, mit, ja, Bayern München?
Selbst wenn es jemand, Augenzwinkern inklusive, auf Anhieb weiß, Millionär könnte er damit kaum werden, denn bei Günther Jauch ist die richtige Antwort stets mit vorgegeben. Bei einiger Überlegung und erst recht im Ausschlussverfahren kommt ein Fan durchaus drauf, nämlich: All die Mannschaften, da befindet sich der rot-weiße Neuling in illustrer Gesellschaft, sind aus der Bundesliga noch nie abgestiegen!

Nina Hagen gibt Richtung vor

Das mag im Falle der Eisernen, zugegeben, ziemlich um die Ecke gedacht sein, so ist es aber. So soll es auch bleiben. Das heißt: Der 1. FC Union ist auch in der nächsten Spielzeit und in der nächsten und in der nächsten – Nina Hagen sagt es in ihrer Vereinshymne so: immer weiter, ganz nach vorn – bei den Großen dabei.
Was mich bei der Mission Klassenerhalt so sicher macht? Die Historie. Oder besser: die eiserne DNA. Aufgestiegen, zumal in die oberste Spielklasse, sind die Männer aus der Wuhlheide schon einige Male. Nur hießen die Spielführer zu jener Zeit noch Kapitäne, denn mit dem Führer hatten sie es nicht so damals. Deshalb hieß der Führerschein auch Fahrerlaubnis. Aber das nur nebenbei. Und mit Namen hießen die mit der Binde am linken Oberarm nicht Christopher Trimmel, sondern Ulrich Prüfke, Joachim Sigusch, Lutz Möckel und Olaf Seier.
Das ist, klare Sache, noch immer nicht die DNA. Die vielmehr ist, dass diese Eisernen nach einem Sprung in die Oberliga, also in die Bundesliga des Ostens, als Aufsteiger nie, nie, nie gleich wieder abgestiegen sind. Nicht 1967, als sie Sechster geworden sind, erst recht nicht 1971 als Fünfter, auch 1977 als Elfter und 1983 als Zwölfter nicht und 1986 als Siebter noch weniger.

Notfalls hilft die rot-weiße Wand

Manchmal war es wirklich wacklig, na gut. Am Ende aber hat es immer gereicht. Zittrig wird es nach Lage der Dinge auch jetzt, das sollte niemanden überraschen. Kantersiege wie das 6:0 im Pokal bei Viertligist Halberstadt, immerhin aber eine Hausnummer, da haben sich andere Bundesligisten die Haxen weit krummer verdreht, wird es eher nicht geben. Aber was sie können, das können sie meisterlich: kämpfen, kämpfen, kämpfen. Zur Not bis zum Umfallen und wenn gar nichts mehr geht, dann hilft der 12. Mann. Dann kommt kurz mal die rot-weiße Wand zu Hilfe.
Wäre doch gelacht, ginge die Aufsteiger-Niemals-Absteiger-Serie gerade bei dem neuen und nie dagewesenen Abenteuer Bundesliga zu Ende. Niemals! Dann schon Relegation.
Am liebsten, hach, gegen den VfB Stuttgart. Das Rückspiel, das steht fest, soll am 25. oder am 27. Mai ausgetragen werden. Am 27. wäre perfekt. Da weiß jeder, wie es ausgeht. Eisern nämlich.

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