Der Countdown läuft. Drei Wochen noch, dann steigt für den frischgebackenen Aufsteiger aus dem Südosten der Hauptstadt im Pokal in Halberstadt der Aufgalopp der Spielzeit 2019/20, knapp eine Woche später kommt Leipzig zum ersten Bundesligaspiel der eisernen Geschichte an die Alte Försterei. Nicht mehr viel Zeit also. Kein Wunder, dass Unions Chefcoach Urs Fischer schon jetzt in den Wettkampfmodus schaltet.
„Von mir aus könnte es jetzt schon losgehen. Mal wieder so richtig Vollgas geben. Noch fehlt ein kleines bisschen die Anspannung. Auch wenn alle im Training 110 Prozent geben. Es sind ja aber noch ein paar Tage, bis es ernst wird“, meinte Keven Schlotterbeck.
Union im Rhythmus der Liga
Um diese Fixierung auf den Wettkampf immer mehr reinzubringen, simuliert der Chefcoach der Eisernen daher Stück für Stück mehr den Ernstfall. Seine Kicker sollen schon jetzt „adaptieren“, um eines der Lieblingsworte des Schweizer Fußballlehrers zu benutzen. Die Eisernen gehen die kommenden Tage also so an, als wären sie schon im Rhythmus des Ligabetriebs.
Das fängt mit einer Doppelschicht zu Wochenbeginn an. Das Pensum wird dann reduziert, je näher das Spiel rückt. Und ja, auch jetzt setzt der 53-Jährige schon Geheimtraining an wie vor Punktspielen üblich. Am Donnerstag und am Freitag wird dann in Köpenick hinter verschlossenen Toren geübt.
Test gegen VfL Wolfsburg
Am Freitag geht es dann per Flieger gen Salzburg, wo die Eisernen am Sonnabend in Anif gegen den Ligarivalen VfL Wolfsburg antreten. Die Anreise erfolgt also wie bei einem Auswärtsspiel üblich am Tag vorher. Nur die Anstoßzeit ist noch nicht zur Bundesliga-Primetime 15.30 Uhr, sondern eine halbe Stunde früher.
In der kommenden Woche ist das kaum anders. Denn mehr als einen weiteren Testkick gegen Celta Vigo (3. August) hat Fischer trotz seines großen 35-Mann-Kaders derzeit nicht eingeplant. Der Abstand zwischen zwei Punktspielen ist ja im Regelfall auch so um die sieben bis acht Tage. Hier wird der klassische Rhythmus von Wettkampfbelastung, Regeneration, Training und Fokussierung auf die kommende Aufgabe maßstabsgetreu kopiert.
Mit 20-Mann-Kader
Und in noch einem Detail kopiert Fischer jetzt den Alltag. Das begann schon beim 1:1 in Aue. Er wechselte nicht mehr munter zwischen den Partien durch wie noch zu Beginn der Vorbereitung. Nur 20 Mann durften zum Test ins Erzgebirge mitfahren. Das ist seit dieser Spielzeit zulässige Maximalkadergröße. Das wird er auch gegen Wolfsburg und Vigo so handhaben. Alles wie im Liga-Alltag eben. Auch wenn Union als 56. Bundesligist der Geschichte ein Jahr lang keinen Alltag haben wird. Sondern Spiel, Spaß und Spannung pur. In jeder Woche.
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